Autor Thema: Zeugnisgrusel - mit der Bitte um Unterstützung  (Gelesen 10381 mal)

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Offline Rübenigel

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Zeugnisgrusel - mit der Bitte um Unterstützung
« am: 12. Februar 2008, 15:54:50 »
Hallo, Ihr Lieben!

Ich habe nun 10 Tage über dem Zeugnis meines Sohnes gebrütet und von links nach rechts überlegt, wie ich reagieren soll. Er ist in der vierten Klasse und mit diesem Zeugnis muss er sich an einer weiterführenden Schule bewerben. Seine Noten sind o.k.: eine EINS, zwei DREIER, der Rest ZWEIEN... aber dann kommen die Beurteilungen... und die sind glatt VIER. Wenn ich jetzt mal den Pädagogen aus der Tasche ziehe und ihn ordentlich heulen lasse, steht da übersetzt:

"Dieses Kind ist lebhaft, kreativ und phantasievoll aber sonst ein lustloser Chaot... und wenn Du wirklich ein Problem willst und eine Burn-out riskieren willst... hol ihn Dir auf Deine Schule!"

Nun habe ich beschlossen, der Klassenlehrerin einen Brief zu schreiben, den Ihr als Zitat bekommt. Er ist nicht wirklich Gfk-mäßig, ich habe mich jedoch bemüht, einen Ton zu finden, der sachlich und respektvoll bleibt und dazu dienen soll, einen Kontakt zur Lehrerin herzustellen, damit wir meinem Sohn "gemeinsam aufs Pferd helfen können".

Meine Bitte nun an Euch: lest einmal drüber und gebt mir Feedback. Mein Mann findet die ganze Aktion saublöd und steht nicht dahinter ("schad dem Jungen gar nix... sie sehen ihn schon ganz richtig... der muss sich endlich mal unterordnen"). Ich will jedoch nichts unversucht lassen, meinem Kind den Rücken zu stärken und ihn zu unterstützen.

Gespannte, neugierige Grüße von Rübenigel


Zitat
Sehr geehrte Frau XXX,

nachdem ich mir die Zeit genommen habe, Ihre Beurteilungen in Norwins Zeugnis gründlich zu reflektieren, habe ich den Entschluss gefasst, Sie zu bitten, sein Zeugnis noch einmal zu überdenken und abzuändern. Ich werde im folgenden die einzelnen Passagen zitieren und kommentieren, wie ich sie verstehe und Ihnen meine Meinung dazu darlegen.

Sie schreiben, Norwins Arbeitsverhalten entspräche den Erwartungen mit Einschränkungen (was einer Note 4 entspricht, wenn ich das richtig verstanden habe). Sie schreiben einerseits, dass er sie selbstständig, gründlich, sorgfältig bearbeitet und in der vorgesehenen Zeit beendet, andererseits schreiben sie, er würde die zur Verfügung stehende Zeit nicht rationell nutzen. Darin sehe ich einen Widerspruch. Entweder er schafft seine Arbeit innerhalb des vorgegebenen Zeitrahmens oder nicht. Vielleicht könnte er, Ihrer Meinung nach, die Aufgaben schneller erledigen? Wenn ich das richtig verstanden habe, besteht die Belohnung für das schnellere Erledigen der Wochenplanarbeit darin, dass den Kindern Zusatzaufgaben zur Verfügung gestellt werden. Sie haben erkannt, dass Norwin die ihm gestellten Aufgaben oft „lustlos“ verrichtet. Für ein Kind, dass die gestellten Aufgaben ohnehin nur erledigt, weil das eben so vorgeschrieben ist und nicht mit Herzblut dabei ist, stellt diese Art der Förderung keinen Anreiz dar. Ich finde sogar, dass es Norwin hoch anzurechnen ist, dass er trotz seiner von Ihrer Seite bemängelten „Grundeinstellung“ die Aufgaben so gut und vollständig löst. Ich würde mir für Norwin auch wünschen, dass er mehr Spaß an der Schule hätte und er mit einem Lächeln im Gesicht jeden Morgen den Klassenraum betreten würde, völlig gespannt, was Sie ihm heute wieder an Neuem/Spannendem zu bieten haben. Es ist jedoch nicht so und meiner Meinung nach haben Urteile über „Lust“ oder „Unlust“, solange sie sich nicht in Leistungsverweigerung niederschlagen in einem Zeugnis nichts zu suchen.

Sie schreiben weiterhin, dass er sich bei der Gruppen- und Partnerarbeit häufig störend verhält. Mir wird dabei nicht deutlich, durch welches Ver-halten Sie sich gestört fühlen. Ich würde Sie bitten, damit ich Klarheit bekomme, in diesem Punkt noch einmal mit mir Rücksprache zu halten, damit ich Norwin darin unterstützen kann, Ihren Bedürfnissen nach Ordnung/Ruhe/Konzentration näher zu kommen.

Auch sein Sozialverhalten entspricht Ihrer Einschätzung nach den Erwartungen nur mit Einschränkungen. Einerseits arbeite er gerne mit einem Partner zusammen (was ich nur bestätigen kann, wenn ich sehe, wie er mit seinen Freunden kommuniziert und sich beim Sport oder im Orchester verhält), andererseits ließe er sich leicht ablenken und andere nicht zu Wort kommen. Wir sind uns sicherlich einig darüber, dass es sich bei Nor-win um ein lebhaftes, phantasievolles, kommunikatives Kind handelt, das sich nicht scheut, in einer Gruppe das zu sagen, was ihm wichtig ist. Sie schreiben, er bemühte sich darum zu den anderen Kindern freundlich zu sein, was in einem Arbeitszeugnis bedeuten würde, er hätte es leider nie geschafft. Ich hoffe, dass sie diesen Satz nicht in diesem üblichen Sinne gemeint haben und bitte sie auch hier, den Kontakt zu mir herzustellen und diesen Punkt zu klären.

Ihre Formulierung, er suche jedoch nicht immer auf „passende Weise Kontakt und Aufmerksamkeit“ irritiert mich. Ich kann mir unter „passend“ oder „unpassend“ keine Vorstellung machen. Wie habe ich mir sein „unpassendes“ Verhalten vorzustellen? Und wem „passt“ es nicht? Ihnen, seinen Mitschülern? – Dass „sein Verhalten häufig der Grund für Konflikte sei“ möchte ich auch so nicht stehenlassen. Sein Verhalten kann lediglich „Auslöser“ von Konflikten sein, wäre es der „Grund“, wäre er als Person verantwortlich dafür, wie die anderen Kinder oder Sie reagieren. Schlußendlich bedeutet das, dass Norwin das Problem IST und keine Konflikte mehr existierten, wäre er nicht in dieser Klasse. Das ist ein Päckchen, wel-ches Sie ihm geschnürt haben, dass er nicht „verdient“ hat zu tragen.

Ich nehme wahr, dass hinter Ihrer Beurteilung der Wunsch steht, Norwin auf seine Fehler hinzuweisen und ihn in seiner Entwicklung zu unterstützen. Letzteres ist auch mein Wunsch. Ich nehme Ihr Bemühen wahr, Norwin dadurch zu integrieren, dass sie sein Verhalten an bestimmte Regeln anpassen wollen. Sicherlich wollen Sie ihm dadurch auch den Weg in sein späteres Berufsleben ebnen, indem Sie ihm Werte vermitteln, die es nötig machen, sich unterzuordnen und Weisungen zu akzeptieren. Meine Intention ist es, dass sich Norwin zu einem selbstständigen selbstbewußten Erwachsenen entwickelt, der in einem späteren Team in der Lage ist, sein Bestes zu geben. Dazu braucht er sicherlich auch Qualitäten wie Geduld, Respekt und Wertschätzung anderen gegenüber, die anderer Meinung sind als er. Ich habe Sie als Lehrerin erlebt, der diese Werte ebenfalls am Herzen liegen. Die Strategie, ihm diese Werte über eine Mängelliste nahezu-bringen, teile ich jedoch nicht mit Ihnen. Auch hier habe ich eine Bitte: vielleicht mögen Sie mit mir zusammen überlegen, wie wir Norwin darin unterstützen können, diese Werte ohne Verurteilungen und Schuldzuwei-sungen weiter zu entwickeln? Und vielleicht haben Sie sogar ein paar Ideen, wie wir ihm helfen können, dass er seine verbleibende Schulzeit bei Ihnen „lustvoller“ erlebt?

Ich hoffe, dass wir in Kürze eine Termin finden, an dem wir alles noch einmal besprechen können und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Ich bin froh, dass alles so ist, wie es ist. Wenn ich nicht froh wäre, wäre es auch so!

Offline Fynn

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Re: Zeugnisgrusel - mit der Bitte um Unterstützung
« Antwort #1 am: 12. Februar 2008, 17:13:09 »
Hallo Rübenigel,

ich habe wahrgenommen, das Du Dich phantastisch ausdrücken kannst sprachlich gesehen, aber auch passende, freundliche Worte dafür gewählt hast. Mir gefällt das ! 

Fynn

Offline Träumling

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Re: Zeugnisgrusel - mit der Bitte um Unterstützung
« Antwort #2 am: 12. Februar 2008, 17:16:30 »
Hallo Rübenigel!

Mich interessiert ja total wie dein Sohn das ganze sieht.
Besonders wenn ich an folgenden Absatz denke:
Zitat
Dass „sein Verhalten häufig der Grund für Konflikte sei“ möchte ich auch so nicht stehenlassen. Sein Verhalten kann lediglich „Auslöser“ von Konflikten sein, wäre es der „Grund“, wäre er als Person verantwortlich dafür, wie die anderen Kinder oder Sie reagieren. Schlußendlich bedeutet das, dass Norwin das Problem IST und keine Konflikte mehr existierten, wäre er nicht in dieser Klasse. Das ist ein Päckchen, wel-ches Sie ihm geschnürt haben, dass er nicht „verdient“ hat zu tragen.

Du erklärst hier den Unterschied zwischen auslösendem und verursachendem Verhalten, kann es sein das du dich als Beschützerin deines Sohnes stellvertretend angegriffen gefühlt hast durch die Formulierung "sein Verhalten häufig der Grund für Konflikte sei", weil es dir am Herzen liegt das dein Sohn fair behandelt wird?
Wie nimmt dein Sohn diese Formulierung wahr? Fühlt er sich angegriffen, als Buh-mann abgestempelt?
Ich finde es wichtig weil ich den Eindruck habe dass du die Lehrerin in diesem Absatz belehrst und ich nicht glaube dass ihr das gefallen wird. Du schreibst, das sie ihm dieses Päckchen geschnürrt hat und ich glaube wenn sie die Erklärungen zu Grund und Auslöser liest und sich damit nicht auskennt wird sie Zeit brauchen um drüber nachzudenken und mit dem Päkchen-angriff dahinter die nicht haben.

Das war aber auch der einzige Absatz der mich angesprungen hat (und das soll was heißen, wo ich grad doch sehr aufgelöst bin wegen einem Streit). Ich bin beeindruckt von deinem Brief, weil er soviel Klarheit und Offenheit bringt, die hätt ich in meinem Streit grad auch gern. Und ich bin auch begeistert davon wie du deinen Sohn unterstützt, weil da ein Gefühl von versorgt sein, beschützt werden, und "da steht jemand hinter mir" rüber kommt.

Kann es sein dass du dich doppelt anstrengst, weil du dich (für deinen Sohn) vom Kindsvater nicht Unterstützt fühlst und du dich gern (für deinen Sohn) wehrhaft und Autonom sehen würdest? Und das ist wirklich eine Frage, mir läge es fern, das was bei mir so ankommt als gesetzt hinzunehmen, ich weiß ich sehe in anderen häufig was eigentlich in mir ist.

Und bitte gratulier ihm von mir zu dem Zeugnis, die Noten sind ja spitze und das trotz der Lehrerin mit Wolfsohren und Brille, starke Leistung.
Und zumindest in Berlin gab es viele Lehrerer die bei einer solchen Beurteilung gesagt hätten: "Ah du bist also die Herausforderung, sei gegrüßt, nimm platz!"

Lieben Gruß,
Teresa
Wenn etwas sich lohnt zu tun, dann lohnt es sich auch dann, wenn wir es nicht so gut können.
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Offline Fynn

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Re: Zeugnisgrusel - mit der Bitte um Unterstützung
« Antwort #3 am: 12. Februar 2008, 17:17:00 »
Ich bin froh, dass alles so ist, wie es ist. Wenn ich nicht froh wäre, wäre es auch so!

Das gefällt mir ebenfalls sehr ! Danke dafür... ...( wenn ich darf )

Offline Rübenigel

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Re: Zeugnisgrusel - mit der Bitte um Unterstützung
« Antwort #4 am: 12. Februar 2008, 22:55:25 »
Mich interessiert ja total wie dein Sohn das ganze sieht.

Er kam mit dem Zeugnis aus der Schule und sagte: "Lies bloss nicht das da unten... das ist grauenhaft!"

Als ich ihm gegenüber äußerte, dass ich total wütend bin, wenn ich diese Beurteilungen lese und gar nicht wisse, wie ich damit umgehen solle, schlug er mir vor "einen meiner tollen GfK-Briefe zu schreiben, wie ich es täte, wenn mal wieder jemand (in einem anderen Forum) mir so richtig miese Sachen an den Kopf werfen würde. Danach wären doch die Leute immer total freundlich und respektvoll zu mir... das würde hierbei bestimmt auch funktionieren.


Zitat
Du erklärst hier den Unterschied zwischen auslösendem und verursachendem Verhalten, kann es sein das du dich als Beschützerin deines Sohnes stellvertretend angegriffen gefühlt hast durch die Formulierung "sein Verhalten häufig der Grund für Konflikte sei", weil es dir am Herzen liegt das dein Sohn fair behandelt wird?
Wie nimmt dein Sohn diese Formulierung wahr? Fühlt er sich angegriffen, als Buh-mann abgestempelt?

Mein Sohn hat mehrmals geäußert, dass er sich als Buhmann abgestempelt fühlt. Er hat ein feines Gespür für sprachliche Dinge (...weiß ich auch nicht, woher er DAS nun wieder hat  ;)) und macht sich viele Gedanken darüber, wenn ihm die "Schuld" an irgendwas gegeben wird. Früher war er dann traurig und hat sich zurückgezogen... das ging hin bis zu Selbstmorddrohungen. Es schien ihm sinnvoller, von der Welt zu verschwinden, als zu versuchen, gegen die Übermächte "Lehrerinnen" anzukämpfen (da haben wir ihn dann die Schule wechseln lassen). Heute zieht er sich die Schuldlatschen immer weniger an und wehrt sich (v.a. seinem Vater gegenüber  :-[, der darüber nicht sehr erfreut ist). In der Schule ist es aber immer noch ein Problem, weil dort der Gruppendruck sehr stark ist. Auch darum ist es mir wichtig, ihm hier den Rücken zu stärken und ihn wissen zu lassen, dass ich zu ihm stehe und ihn unterstütze.

Zitat
Ich finde es wichtig weil ich den Eindruck habe dass du die Lehrerin in diesem Absatz belehrst und ich nicht glaube dass ihr das gefallen wird.

 

Danke für Deine Aufmerksamkeit, Teresa! Ja... dieser Absatz kommt belehrend rüber... ich werde noch ein "Meiner Meinung nach" einfügen, dann bleibe ich damit auf meiner Seite. Ich habe darüber hinaus nicht die Intention, dass mein Brief ihr gefallen soll. Allein schon die Mehrarbeit, ihn zu lesen und darauf reagieren zu "müssen" ... Nein, das wird ihr bestimmt nicht gefallen.

Zitat
Kann es sein dass du dich doppelt anstrengst, weil du dich (für deinen Sohn) vom Kindsvater nicht Unterstützt fühlst und du dich gern (für deinen Sohn) wehrhaft und Autonom sehen würdest?


Ein klares entschlossenes "Nein" zum ersten Teil Deiner Frage. Dass mein Mann mich/uns in dieser Hinsicht nicht unterstützt erfüllt mich manchmal noch mit Traurigkeit, weil ich es mir halt anders gewünscht hätte. Ich habe allerdings kein Bedürfnis mehr, ihn mit ins Boot zu ziehen und liebe es, inzwischen das Selbstvertrauen zu haben, die Dinge auch allein angehen zu können.


So... und jetzt geh ich in die Heia! Die GfK-Übungsgruppe hat mir zwar genug Schwung gegeben, dieses Posting noch zu verfassen... aber nicht genug, auf den nächtlichen Schlaf völlig zu verzichten.

Gute Nacht, Rübenigel
Ich bin froh, dass alles so ist, wie es ist. Wenn ich nicht froh wäre, wäre es auch so!

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Re: Zeugnisgrusel - mit der Bitte um Unterstützung
« Antwort #5 am: 13. Februar 2008, 10:53:04 »
Liebe Rübenigel.


Ich las grad dein Nein zu meiner Frage nach der Doppelten Anstrengung und kurz dahinter:
Zitat
Ich habe allerdings kein Bedürfnis mehr, ihn mit ins Boot zu ziehen und liebe es, inzwischen das Selbstvertrauen zu haben, die Dinge auch allein angehen zu können
jetzt bin ich mir nicht mehr sicher ob wir uns hier richtig verstanden.
Ich dachte an doppelter Anstrengung dabei dem jungen die Lücke zu stopfen den der Kindsvater hinterlässt - nicht ihn zurück zu holen. Kam das so bei dir an, oder wie hast du mich verstanden?

Find ja richtig toll wie du mit deinem Sohn da auf einer Welle surfst, da frag ich mich ja fast schon: Wozu noch Gedanken machen, ihr seid zwei prächtige Giraffen und sie nur ein Wolf - zur Attacke zu rufen wär jetzt vielleicht falsch *grins*, aber ich bin fast sicher das du mich schon richtig verstehst.  ;D

Lieben Gruß,
Teresa
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Re: Zeugnisgrusel - mit der Bitte um Unterstützung
« Antwort #6 am: 13. Februar 2008, 18:22:23 »
Liebe Träumling,

von doppelten Anstrengungen im Sinne von "den Vater ersetzen" bin ich keine Freundin... zumal ich bei einer alleinerziehenden Mutter (einen Vater gab es da wirklich NIE) aufgewachsen bin. Da hab ich ein für alle Mal genug von dieser Schiene (ich habe allerdings nur doppelte Strenge, Strafe etc. bekommen... nicht auch doppelte Liebe  :-[).

Mir ist es wichtig, meinem Sohn MEIN Bestes zu geben. Und da hast Du mich dann doch "erwischt" merke ich gerade: mein Mann kann sich ja selber kümmern, wenn er möchte... aber ICH versuche das, was meine Mutter mir nicht gegeben hat, jetzt meinem Sohn zu geben. - Da denk ich nochmal drüber nach, wie ich das finde... *stirnrunzelndab*
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Offline Rübenigel

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Re: Zeugnisgrusel - mit der Bitte um Unterstützung
« Antwort #7 am: 13. Februar 2008, 18:24:49 »
Nee... tu ich doch nicht!

Meine Intention ist Unterstützung, Verbindung, Liebe, Fürsorge... und meine Psychotante/innere Erzieherin schicke ich jetzt wieder in ihre Ecke.
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Offline Träumling

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Re: Zeugnisgrusel - mit der Bitte um Unterstützung
« Antwort #8 am: 13. Februar 2008, 20:38:59 »
Hallo Rübenigel!

Ich bin grad etwas irritiert und verwirrt, weil mir Klarheit fehlt.

Sag mir bitte, habe ich dich in irgendeiner form bedrängt, bin dir zu nahe getreten oder sonstwie unangenehmes zugemutet?
(Hey, das jetzt nicht gfk-mäßig die Frage oder? *drüber nachgrübelt*.........
okay, jetzt geh ich nochmal eine Runde denken!

Lieben Gruß,
Teresa
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Re: Zeugnisgrusel - mit der Bitte um Unterstützung
« Antwort #9 am: 13. Februar 2008, 21:23:41 »
Liebe Träumling,

ich fühle mich weder bedrängt, noch bist Du mir zu nahe getreten. Du hast intuitiv bei mir eine Gefühlswirrwarr ausgelöst, der mich mir nun wieder näher gebracht hat.

Ich habe mich selber zurückgepfiffen, weil ich gerade begonnen hatte, mich zu analysieren... zu diagnostizieren. Uuuuuah!  -  Darum habe ich meine innere Psychotante  ;) wieder in ihre Ecke geschickt. Ich war dabei, mich zu rechtfertigen, statt meine Gefühle/Bedürfnisse und deren Intentionen anzuschauen. Mit Hilfe Deiner Fragen bin ich dann doch wieder bei mir gelandet.

Sei ruhig einmal "unangenehm". Mir hilft's!

Herzliche Grüße *träumlingausdergrübeleckezieh*... Rübenigel
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Offline Träumling

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Re: Zeugnisgrusel - mit der Bitte um Unterstützung
« Antwort #10 am: 14. Februar 2008, 10:12:21 »
Danke Rübenigel!

Jetzt hab ich Klarheit und bin beruhigt!

Lieben Gruß,
Teresa
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Re: Zeugnisgrusel - mit der Bitte um Unterstützung
« Antwort #11 am: 14. Februar 2008, 18:29:53 »
Hallo zusammen!

Ich habe mein Gespräch mit der Klassenlehrerin überlebt  ;)! Sie ist auf den Brief nicht direkt eingegangen, wir haben jedoch einige Überlegungen partnerschaftlich besprechen können. Das wäre so wahrscheinlich nicht möglich gewesen, wenn ich sie/das Kollegium "angegriffen" oder kritisiert hätte. So können wir im Gespräch bleiben und sie war dafür offen, meinem Sohn unterstützend zur Seite zu stehen. Ich bin froh und dankbar, die GfK im Gepäck zu haben!

"Natürlich" (.... jaaaa, Wölfchen... ich versteh dich...) wird sie am Zeugnis nichts ändern. Das stand für sie gar nicht zur Debatte. Ich habe jedoch die Hoffnung, dass mein Brief nicht ganz ohne Langzeitwirkung bleibt und sie sich in Krisensituationen an die ein oder andere Frage erinnern wird, die ich ihr gestellt habe. Steter Tropfen höhlt den Stein... auch bei der GfK.

Rübenigel
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Offline Träumling

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Re: Zeugnisgrusel - mit der Bitte um Unterstützung
« Antwort #12 am: 14. Februar 2008, 18:35:50 »
Hallo Rübenigel!

Dann gratuliere ich dir zum Teilerfolg! Schade dass sie das Zeugnis nicht nachträglich ändert, aber vielleicht hast du bereits sein nächstes Zeugnis erfolgreich verändert, das wünsch ich euch beiden, dir und deinem Sohn.

Lieben Gruß,
Teresa
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