Autor Thema: Meine "Wolfsfamilie"  (Gelesen 7429 mal)

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Offline Giraffenanfängerin

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Meine "Wolfsfamilie"
« am: 09. Juli 2011, 14:31:22 »
Hallo,
ich benötige dringend Unterstützung von Euch, wie ich mit meiner Mutter "gewaltfrei" kommunizieren kann und mit meiner "Wolfsfamilie" abschließen kann.

Zur Vorgeschichte:
Meine Mutter hat Krebs und ist jetzt im Endstadium angekommen, d.h. sie ist austherapiert und liegt mehr oder weniger im sterben.
Ich habe mich 7 Jahre um diverse Therapiemöglichkeiten bemüht, war immer für meine Mutter da und habe mich privat und beruflich sehr eingeschränkt um für sie da zu sein. Ich habe Jobs nur im näheren Umkreis meiner Familie gesucht, bin aber derzeit arbeitslos.
Meine Mutter hat eine Schwester die in ihrer Stadt wohnt. Ihre Persönlichkeit verwirrt mich. Einerseits sagt sie manchmal, dass sie mich liebt und immer zu mir hält (es sogar bei Gott schwört  ???) und andererseits erzählt sie Dinge, wie: "Ihr Studium war kein Studium. Sie liegt den ganzen Tag faul im Bett und schläft nur. Sie hat keine Freunde usw. usw".
Dann ist da noch mein Vater. Der ebenfalls über alles schimpft und sich den Aussagen meiner Tante anschließt.
Aber meine Tante erzählt ebenfalls schlecht über meinen Vater und umgekehrt genauso.
Es ist eine Familie, die sich im "Kreise von gegenseitigem Mobbing" dreht.
Meine Mutter habe ich immer als meine "einzige Familie" gesehen, auch wenn sie nicht immer zu mir stand und mir manches gesagt hat, was mich sehr traurig gemacht hat.
Aber sie meinte damals zu mir, als es ihr noch besser ging, dass wenn sie nicht mehr da ist, ich z.B. Geld bekomme für meine Selbstständigkeit, dass ich ihren Schmuck bekomme, ein Teil von den Gemälden, Porzellan, dass sie ihren Anteil von ihrem Elternhaus auf mich überschreibt, damit ich das Geld bekomme etc. etc. etc. Ich will es gar nicht so genau ausführen. Jedenfalls hat es mich immer beruhigt zu wissen, dass ich auch nach einer längeren Arbeitslosigkeit die Möglichkeit bekommen, dann beruflich wieder vorwärts zu kommen und ich lieber jetzt für meine Mutter da sein kann.

Die jetzige Situation:
Meine Mutter hat kein Testament geschrieben und ihren Anteil auch nicht auf mich überschrieben.
Mir hat sie aber gesagt, ich soll nach einer Eigentumswohnung schauen, bis 25.000 Euro. Das habe ich auch getan, allerdings für diesen Preis in der näheren Umgebung meines Wohnortes nichts gefunden. Nur etwas für bis zu 40.000 Euro (war ihr zu teuer) und im Bayrischen Wald für 17.500 Euro (war ihr zu weit weg). Ich sagte ihr nur noch, dass sonst die Wohnungen ab 40.000 Euro zu finden sind, aber nicht darunter. Ich sagte das nur als Information und nicht als Forderung. Dann schrie sie mich an: "Wir können dir keine Wohnung für 60.000 Euro kaufen. Wofür hat dein Vater sein ganzes Leben lang gearbeitet? Selbst 35.000 Euro wären für dich noch zuviel. Und ich habe deinem Vater gesagt, dass ihr sehen sollt, wie ihr das Geld von meinem elterlichen Haus miteinander teilt. Wir strecken dir das Geld für eine Eigentumswohnung dir nur vor....Such dir eine Arbeit..." Ich war total geschockt gewesen und meine Gefühle waren sehr durcheinander und ich bin dann nachhause gefahren. Meine Eltern haben mich danach nicht angerufen.
Nach einer Woche habe ich ihre Schwester angerufen, um zu fragen, wie es meiner Mutter geht. Im möchte dazu sagen, dass es ihre Idee war, mir eine Wohnung für 50.000 Euro zu kaufen. Denn sie meinte, all meine Cousinnen und Cousinns haben gut geerbt und ein vernünftiges Dach über den Kopf bekommen. Jedenfalls hat sie mich auch auf einmal angeschrien: "Du darfst gar keine Eigentumswohnung als Arbeitslose haben, ich habe damit bereits mit x und y (aus der Stadt in der meine Mutter lebt, sind keine Familienangehörige, sondern Bekannte meiner Mutter und meiner Tante) besprochen und die finden das auch. Außerdem braucht deine Mutter 10.000 Euro für ihre Beerdigung, 10.000 Euro braucht dein Vater für seine Beerdigung (er liegt aber nicht im sterben, sondern erfreut sich einer guten Gesundheit), 20.000 Euro braucht dein Vater noch für ein neues Auto und den Rest von 60.000 Euro braucht er dann noch für sich alleine. Für dich bleibt nichts übrig....etc. etc. Wann kommst du wieder deine sterbende Mutter besuchen? Ich muss noch zu Tante x fahren (diese Tante wohnt weit weg, ist verwandt mit ihrem Mann und sie erwarten ein großes Erbe von dieser Tante). Außerdem bin ich jeden Tag bei deiner Mutter und ich kann eigentlich nur zweimal die Woche und ich mich alles für deine Mutter. Bade sie, wasche ihre Höschen."

Meine Situation:
Ich möchte weiterhin für meine Mutter da sein, aber die Situation und das Gerede um mich, dass ich angeblich so eine teure Wohnung haben möchte und dass das jetzt auch noch Kreise zieht in dem Wohnort meiner Mutter stört mich sehr, ihr Nahe zu sein. Und hindert mich auch daran, mich frei in ihrer Stadt zu bewegen. Ich kann mich mit der Person, wie sie mich darstellen nicht identifizieren. Ich habe lediglich gesagt, dass ich keine Wohnung in der Umgebung für 25.000 Euro finden kann. Weiterhin habe ich mich auch bei Rechtsanwälten informiert, ob man tatsächlich als Arbeitsloser keine Wohnung haben darf, sie konnten das nicht bestätigen.
Ich würde dieses Thema gerne friedlich mit meiner Mutter abschließen und ihr weiterhin erklären, dass ich, wenn sie gegangen ist, mit dieser Familie den Kontakt abbrechen möchte. Denn sie legen mir nur Steine in den Weg und ich bin immer damit beschäftigt, sie wieder auf Seite zu räumen und habe so kaum noch Kraft für mein eigenes Leben.
Sie meinte gestern noch am Telefon, als ich sie gefragt habe, ob ich kommen soll: "Aber natürlich, dass ich auch dein zuhause." Nur sehe ich das nicht als mein "zuhause" an. Ein zuhause ist für mich dort, wo man mir wohlgesonnen ist, wo man nicht negative Geschichten über mich erzählt und wenn ich das gewusst hätte, hätte ich niemals nach einer Eigentumswohnung geschaut und ich dachte nur, dass das der Wunsch meiner Mutter ist.
Ich möchte gerne meine Ruhe haben und sie können mit ihrem Geld machen, was sie auch immer möchten. Ich möchte nichts vorgerechnet bekommen, ich will meinem Vater nichts weg nehmen und wenn sie wollen, können sie auch alles behalten.
Mein Vater wird es jedenfalls finanziell nicht schlecht gehen, er lbet dann alleine in einem großen schönen Mietshaus, hat einen großen Garten, dann ein neues Auto, eine sehr gute Rente und noch zig tausend Euros auf seinem Bankkonto liegen. Er muss also keine Sorgen um seine finanzielle Situation machen.
Und sie haben zusammen ein Testament jetzt aufgesetzt, wo sie sich gegenseitig als Alleinerben eingesetzt haben und ich dann alles bekomme, wenn mein Vater verstirbt. Deswegen kann ich dieses "tamtam" auch nicht nachvollziehen.
Zu meiner Person, ich habe nie etwas von ihnen eingefordert oder bin ein geldgieriger Mensch, ich lebe sehr bescheiden und freue mich, wenn ich genug zu essen habe.
Und ich möchte nur noch mein Leben in Frieden und Harmonie leben, nur mit dieser Familie wird es niemals gehen. Und das möchte ich meiner Mutter Nahe bringen, und auch dass ich nie eine Eigentumwohnung von 50.000- 60.000 Euro gefordert habe. Ich bin sehr verletzt darüber, wie man jetzt mit mir umgeht, als ob der Verlust meiner Mutter nicht noch ausreichend genug wäre.
Ich weiß nicht, ob es etwas nützen wird, wenn ich es ihr persönlich sage oder ob es besser ist, es ihr per Brief deutlich zu machen. Ich möchte sie auch nicht traurig machen, aber so kann ich die Situation auch nicht belassen und ich möchte ihr auch erklären, dass durch das Gerede über diese Eigentumswohnung in der ihrem Wohnort, dass mich das auch abhält, nach ihrem Tod nochmals in diese Stadt zu fahren und ich lieber nicht mehr dorthin kommen möchte, auch um mich zu schützen- vor dem Gerede, vor ihrer Schwester, vor der Schwester ihres Bruders (die zu meinem Vater sagte: "Pass auf, dass deine Tochter in 10 Jahren nicht alles bekommt...), vor meinem Vater etc.
Ich sehe keinen Sinn mehr darin, mich um meine Familie zu bemühen, die Geschichten werden immer die Gleichen bleiben...

Was würdet Ihr tun?
Und wie kann ich das alles gewaltfrei an meine Mutter weitergeben?

Ich danke Euch von ganzem Herzen für Eure Hilfe.

Giraffenanfängerin  :g1:

Offline Claudia

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Re:Meine "Wolfsfamilie"
« Antwort #1 am: 09. Juli 2011, 21:40:07 »
Uff.


Hallo, Giraffenanfängerin.


Meine Mutter hat auch Krebs und ich glaube, ich kann gut nachfühlen, wie es Dir geht. Ich würde Dir gern in dieser Situation erst mal Empathie geben. Wie wäre es, wenn wir in den kommenden Tagen mal telefonieren? Diese Woche ist bei mir supereng, aber das hört sich für mich so ernst an, dass ich Dich von Herzen gern unterstützen würde.


Claudia
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Offline Giraffenanfängerin

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Re:Meine "Wolfsfamilie"
« Antwort #2 am: 10. Juli 2011, 10:35:17 »
Liebe Claudia,
vielen lieben Dank für Deine Hilfe. Ich nehme diese gerne an.
Allerdings brauche ich jetzt auch ein paar Tipps für das Gespräch, bzw. für den Brief an meine Mutter, denn am Mittwoch fahre ich dorthin.
Vielleicht kann mir jemand hier bis dahin einen Rat geben.

Manchmal kommt Trauer in mir hoch, dann wieder Wut, denn ich habe das Gefühl, alles dreht sich jetzt um das Geld und wie man es möglichst fern von mir hält.
Und dann überlege ich mich, alles mit Gleichmut anzunehmen. Ich glaube das das Gesetz von Karma.
Es fällt eine Illusion in mir zusammen, die Illusion eine Familie zu haben und ich möchte mich auch endgültig von dieser Idee trennen und gleichzeitig auch für meine Mutter da zu sein- bedingungslos.
Eine schwere Zeit und sie machen es mir nicht einfacher.
Liebe Grüße
 :g1:

Offline Claudia

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Re:Meine "Wolfsfamilie"
« Antwort #3 am: 10. Juli 2011, 14:39:29 »
Hallo, Giraffenanfängerin,

schick mir mal eine PN mit Deiner Telefonnummer, mal sehen, was wir zeitlich vor Mittwoch hinkriegen  :g1:


C.
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Offline matameko

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Re:Meine "Wolfsfamilie"
« Antwort #4 am: 11. Juli 2011, 14:50:18 »
Hallo Giraffenanfängerin,

kurz zur Sache mit der Wohnung: Ich lese das so als ob sich die Mutter übers Geld Gedanken gemacht hat, sich vielleicht einen Plan zurecht gelegt hat. Danach hat sie mir dir gesprochen und dir gesagt wie viel sie dir geben möchte und dass sie gerne hätte dass das Geld für eine Wohnung verwendet wird. Du hast dich gefreut und bis ihrer Bitte nachgekommen nach einer Wohnung zu schauen. Dann hast du ihr die Information übergeben, dass man für das Geld in der Nähe keine Wohnung kaufen kann.
Das hat sie mit ihren Wolfsohren gehört, z.B. so "Das was du mir bieten kannst ist mir nicht genug. Den Plan den du dir zurecht gelegt hast ist nicht gerecht, ect."
(Darauf wie jemand deine Botschaft aufnimmt hast du nicht wirklich einfluss. Wenn es jemand mit Wolfsohren hören möchte, kannst du es noch so sachlich oder nett formulieren.)
Du könntest versuchen deiner Mutter Empathie zu geben, z.B: "Du, ich habe den Eindruck dass es ein Missverständnis zwischen uns gab. Mir ist die Verbindung zwischen uns wichtig und ich möchte gerne nochmal mit dir darüber sprechen. Bevor du mich vor ... (zwei Wochen) ... gebeten hattest mich nach einer Wohnung umzuschauen, hast du dir wahrscheinlich schon gründliche Gedanken über unsere Zukunft gemacht? ... Das sind bestimmt keine angenehmen Gedanken. ... Hast du Sorge ...?"
Nachdem deine Mutter die Wertschätzung für ihr Wohlwollen, die Schönheit in ihren guten Absichten erhalten hat wird es ihr vielleicht leichter fallen dir mit Giraffenohren statt Wolfsohren zuzuhören. Eine Garantie gibt es leider nicht. 
Danach kannst du ihr nochmal mitteilen, dass du keine Forderungen stellen wolltest. Und dass du momentan traurig bist weil du dir mehr Verbingung wünschst und dir das Geld garnicht so wichtig ist.
Hältst du das so für möglich?

Liebe Grüße,

Stefan


 

Offline Giraffenanfängerin

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Re:Meine "Wolfsfamilie"
« Antwort #5 am: 11. Juli 2011, 23:18:43 »
Lieber Stefan,
herzlichen Dank für Deine Antwort.
Ich glaube nicht, dass meine Mutter einen Plan hatte oder wollte dass ich tatsächlich eine Wohnung bekomme, sonst hätte sie sicherlich gesagt, dass die eine Wohnung für 17.500 Euro ok ist. Sie lag sogar unter dem Preis von 25.000 Euro.
Vor einigen Monaten hat sie mir auch noch so viel anderes gesagt, wie z.B. mein Anteil an dem Haus in Russland überschreibe ich an Dich (jetzt überschreibt sie es an ihre Nichte und sie soll das Geld an mich auszahlen. Und die neuste Nachricht, jetzt soll ich das Geld mit meinem Vater irgendwie aufteilen). Dann hieß es, den Schmuck vererbt sie mir, jetzt soll ein Teil meine Cousinnen erhalten. Dann sollte ich die Hälfte von dem Porzellan, Ikonen etc. bekommen. Jetzt kann man die Ikonen nicht von der Wand hängen, dann wäre die Wand ja leer und das Porzellan kann bei meinem Vater in der Wohnung erst mal bleiben, später bekomme ich eh alles. Die Liste könnte ich jetzt endlos weiterschreiben. Deswegen glaube ich an keinen Plan und wenn es diesen gegeben hätte, dann hätte ein Testament bereits da sein müssen.
Mir geht es auch nicht um die Wohnung, meinetwegen können sie ihr Geld behalten. Meine Mutter wird es eh nicht mitnehmen können und mein Vater wird es auch sehr schnell für irgendetwas ausgegeben haben.
Es geht mir darum eine Verbindlichkeit zu bekommen und nicht dieses "Hin und Her", was einhergeht mit einer Wertschätzung mir gegenüber.
Ich kann nur dann Dinge annehmen, wenn sie von Herzen kommen und das spüre ich nicht.
Ich habe ihr auch schon in einem Brief geschrieben, dass es mir nicht um Geld geht und dass ich meinen Vater nicht sein Geld nehmen möchte. Aber natürlich freue ich mich über eine Wohnung und endlich ein "Dach über den Kopf zu haben" und dann immer zu wissen, auch wenn ich ins Ausland gehe, wo ich wieder hinkommen kann und dass mir das sehr helfen würde. Ich denke, da hätte sie eine Wertschätzung bereits herauslesen können.
Ich denke das Problem liegt woanders, aber ich kann nicht ganz nachvollziehen, wo es "hängt".
Aber ich denke auch, dass ich das mit ihr nicht mehr gelöst bekomme, denn dafür geht es ihr mittlerweile zu schlecht. Ich will nur etwas Frieden in diese Situation hineinbekommen, meinen Frieden dadurch finden und dass ich danach gut weiterleben kann und jetzt letztendlich die Kraft erhalte meine Mutter zu begleiten, mich zu verabschieden- auch von dem Rest der Familie- das Geld, Geld sein lassen und meine Mutter zu vergeben.
Irgendetwas schönes wird sicherlich auf mich zukommen und die einen behalten ihr Geld und ich möchte lieber tiefsinnige, liebevolle Menschen um mich haben. Das ist meine letzte Priorität.
Aber vielen lieben Dank für Deinen Beitrag, ich werde in anderen Situationen in meinem Leben auf Deinen Rat zurückkommen. Denn Du hast sicherlich Recht damit, die Wertschätzung sollte vorhanden sein. Ich erinnere mich gerade, als ich zu meiner Mutter sagte, als sie noch im Krankenhaus lag, dass ich doch für sie da war und sie meinte dann zu mir: "Soll ich dich etwa fadür loben?"
Aber ich möchte ihr das verzeihen, denn ich will nicht ein Herz aus kaltem Stein bekommen.
Langsam muss ich Schluss machen, meine Müdigkeit macht mich poetisch. ;-)
Liebe Grüße
 :g1:

Offline matameko

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Re:Meine "Wolfsfamilie"
« Antwort #6 am: 12. Juli 2011, 06:44:03 »
Guten Morgen und herzlichen Glückwunsch,

dir scheint sehr klar zu sein was du brauchst. Damit bist du ja schon sehr weit und
du wirst bestimmt Menschen finden mit denen du Frieden, Verbindlichkeit und
Wertschätzung austauschen kannst. Ich glaube dass es im Bezug auf deine
Mutter sehr wertvoll ist dass du einfach da bist. Auch wenn ihr euch
streiten oder anschreien würdet. Aus der Tatsache dass du ihr deine
Gegenwart schenkst, die schwierige Situation aushalten kannst,
sie nicht alleine ist, lese ich schon dass sie dir viel bedeutet.
Vielleicht freut sie sich heimlich darüber.
Ich komme aus Franken und manchmal wird behauptet dass es den
Menschen dort etwas scher fällt ihre Gefühle auszudrücken. Vielleicht
magst du dir mit einem zwinkerndem Auge dieses Video anschauen:
http://www.youtube.com/watch?v=bneLuuJTSqE
(Das lässt sich bestimmt auch auf andere Regionen übertragen.)
Ich finde es etwas traurig aber auch authentisch und liebenswert.
Wünsche euch alles Gute,

Stefan



   

Offline Giraffenanfängerin

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Re:Meine "Wolfsfamilie"
« Antwort #7 am: 20. Juli 2011, 22:17:46 »
Hallo,
danke an alle die mir eine Nachricht, eine Antwort gegeben haben.
Ich war bei meiner Mutter und sie ist am Montag in meinen Armen gestorben.
Sie war nicht mehr richtig ansprechbar gewesen und hatte nur kurze klare Momente gehabt.
Ich spürte zuletzt, dass es ihr wohl leid getan hat, aber sie konnte nun nichts mehr ändern. Sie hat Schwierigkeit gehabt noch sagen können...gebt Tochter...gebt Tochter...Wunsch...Tochter...erfüllen...etc.

Allein das reicht mir bereits, auch wenn mich kein großes Erbe erwartet.
Ich habe sie mit all meiner Liebe begleitet, zuletzt war sie wie ein kleines Kind gewesen, was nach Liebe und Geborgenheit gedürstet hat und ich hoffe, sie hat es gespürt, dass ich trotzalledem ihr alles, was ich zu geben hatte, gegeben habe.

Und ich bin zuversichtlich das Gott mir beistehen wird.

Liebe Grüße
 :g1:

« Letzte Änderung: 21. Juli 2011, 09:27:32 von Giraffenanfängerin »

Offline Plejaden

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Re:Meine "Wolfsfamilie"
« Antwort #8 am: 22. Juli 2011, 17:32:59 »
Liebe Giraffenanfängerin,

vielen Dank, dass Du uns teilhaben lässt an Deinem Abschied von Deiner Mutter. Ich lese aus Deinen Worten heraus, dass es Dich tröstet zu wissen, dass Du Deine Mutter in Liebe begleiten konntest. Und ich weiß sicher, dass die Liebe immer das Herz des anderen erreicht, auch wenn sein Verstand oder seine Worte das nicht einmal bestätigen mögen.

Da die bedingungslose Liebe die Sprache Gottes ist, sei gewiss, dass er Dir beistehen wird!

Ich bin in Sorge, dass Du hier im Forum nicht die Unterstützung erhalten hast, die Du gebraucht hättest. Ich selbst war beim Lesen Deines Kummers hilflos und wusste nicht, wie ich reagieren sollte. Magst Du schreiben, ob ich da richtig liege - und was Du gebraucht hättest?

Ich wünsche Dir alles Gute!
Liebe Grüße von
Plejaden

Offline Claudia

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Re:Meine "Wolfsfamilie"
« Antwort #9 am: 22. Juli 2011, 20:42:05 »
Hallo, Giraffenanfängerin,


wie geht es Dir heute? Und wer ist bei Dir, wenn Du traurig bist?


C.
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Offline Giraffenanfängerin

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Re:Meine "Wolfsfamilie"
« Antwort #10 am: 23. Juli 2011, 14:44:11 »
Hallo,
im Moment bin ich alleine und sitze im Wohnzimmer und schreibe einen Brief an meine Cousine. Sie ist aus dem Ausland gekommen und nervt mich mit Fragen (direkt einen Tag nach dem Tod meiner Mutter): Hast Du dich beworben? Wie sehen deine beruflichen Pläne aus? Warum schminkst du deine Augen nicht? etc. etc.
Ich beantworte ihr jetzt die Fragen schriftlich und endgültig, gebe ihr die Telefonnummer meiner Arbeitsvermittlerin (sie hat Verständnis für meine Situation und findet es wichtig, dass ich mir die Zeit zum trauern nehme und die berufliche Frage erst einmal hinten dran gstellt wird), sie kann sie dann meinetwegen auch noch anrufen und schreibe auch, wenn man mir die Unterstützung und das Verständnis, die Zeit zum trauern nicht geben kann, soll man mich wenigstens in Ruhe lassen. Danach gehe ich auf den Friedhof zu meiner Mutter und fahre dann zu mir nachhause. Morgen treffe ich mich mit Freunden, bzw. gehe in den Tempel.
Ich brauche wirklich meine Ruhe.
Liebe Grüße
 :g1:
« Letzte Änderung: 23. Juli 2011, 14:50:11 von Giraffenanfängerin »