Autor Thema: Hannah Hartenberg in voutube  (Gelesen 3178 mal)

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mutabor

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Hannah Hartenberg in voutube
« am: 23. Juli 2011, 08:15:18 »
Hallo Freunde,

bei youtube gibt es zwei Videos von Hannah Hartenberg:
die vier Arten zu hölen in der gfk:
http://www.youtube.com/watch?v=6Dbuo-qRqJg&feature=mfu_in_order&list=UL
und Gewaltfreie Kommunikation, was Emphatie nicht ist:
http://www.youtube.com/watch?v=9KJqOo2HFGU&feature=mfu_in_order&list=UL

Ich finde beide Videos klasse, weil sie eine ruhige, bildhafte, klare Beschreibung der GfK gibt.

Am Ende des erste Videos spricht sie von Nachdruck. - Der Wolf fühlt sich unverstanden und macht noch einmal Mehr-vom-selben. Er drückt nach, er steigt in eine Eskalationsspirale ein. Was Hannah Hartenberg ganz kurz beschreibt, hört sich für mich nach dem Phänomen an, das Watzlawick immer wieder beschreibt: wenn Menschen mit ihren Lösungen nicht erfolgreich sind, dann wiedeholen sie die Lösungsmethode, bis diese selber zum Problem wird. (http://www.youtube.com/watch?v=XfAVCIMAIbY)

Ich werde bei diesem Gedanken nachdenklich. Stimmt denn das so?

Ich möchte, dass ein anderer mich versteht. Dazu benütze ich die Srache. Ich mache die Feststellung, dass er mich nicht verstanden hat. - Ich selber würde jetzt meine Sprache verändern: ich würde versuchen eine Sprache zu finden, die die Verbindung zwischen mir und dem Gegenüber erreicht. Ich begänne jetzt, das zu benützen, was ich habe: meine Fähigkeit zur Rhetorik, zum Theaterspiel, zum Geschichten erzählen, warum nicht die Musik oder alle Künste!

  • Mein Ziel ist die Verbindung mit dem anderen.
  • Ebenso ist mein Ziel, dass wir beide nach dem Austausch, so frei wie möglich sind, um uns zu entscheiden, was wir tun werden. - Der andere darf so sein, wie er ist und ich darf so sein, wie ich bin, es brauch keine Übereinkunft dazu sein. Und auch keine Harmonie und keine Auseinandersetzung.


  • Meine Methode dazu wäre mich mit ihm zuverbinden (Emphatie), mit seinen Gedanken (1), seinen Gefühlen (2) und seinen Bedürfnissen (3).
  • Eine weitere Methode wäre, dass ich dazu mehr als die "Standard-Sprache" (ich meine dies nicht abfällig, wohl aber als Anregung!) der GfK benütze.

Seit Kindesbeinen bin ich glitzernden, vielschichtigen Kommunikationen ausgesetzt. Ich liebe es, wenn der Lesch einem das Universum erklärt. Nicht weil er sonderlich deutlich ist (da kenne ich Leute, die mir viel deutlicher erscheinen), sondern weil er ein sprachlisches Feuerwerk entzündet, das mir einfach Spaß macht zuzuhören. - Der hält mich bei der Stange, durch seine Lust an der Selbstdarstellung: der erfüllt mir ein Bedürfnis - seine Vorträge sind eine Kunstform.

Dies ist provokant - mit Nachdruck - formuliert. Im Grunde spiele ich jetzt selber unter der Maske des Wolfes, um im Sinne der Giraffe meinen Worten Plastizität zu verleihen

Ich liebe Sprache wie ich Menschen liebe! Und wenn in der GfK von Wolf und Giraffe, von Nachdruck und Emphatie gesprochen wird, dann bin ich hin und her gerissen: ich finde es toll, wie Hannah Hartenberg ihren Weg gefunden hat das Wesen einer menschenfreundlichen Welt zu beschreiben UND ich kenne Leute, die das ebenso tun, aber viel lauter/leiser, bunter/einfarbiger, wilder/ruhiger. Deren sprachliche Amplitude ist deutlich weiter.

Beiden gemein: sie haben das Wohl der Gemeinschaft im Sinn. Was sie unterscheidet: ihr Temperament.

Ich denke, dass man mit den Wölfen in uns selber Frieden schließen kann. Das sind eigentlich ganz nette Kerle! Wenn die das Terain bekommen, in dem sie sich ausleben können ohne großen Schaden anzurichten, dann wird das Leben bunter: alle Tränen zu weinen und alles Lächeln zu lächeln.

Ich habe Angst, dass wenn man wirklich geschafft hätte, den Wolf in uns zu besiegen, dass dann nichts mehr da ist. Wolf und Giraffe gehören zusammen (in meiner Sicht): ist der Wolf tot, liegt die Giraffe neben ihm und niemand ist mehr da, beide zu beweinen.

Ich liebe Wolf wie Giraffe. Sie gehören zusammen.

So wie ich gesprochen habe, hätte ich Lust mit einem Gedicht zu enden und da müsste es die "Die Schwalbenhode" von Hans Arp sein! Aber eigentlich liebe ich auch das "Tao Te King" und dann müsste es das 20-ste Gedicht sein. Beides scheint so widersprüchlich, beides gehört - zumindest in meinem Denken - zusuammen....

;-) m
« Letzte Änderung: 23. Juli 2011, 08:23:47 von mutabor »