Autor Thema: Liebe und Kritik zur GfK schließen sich für mich nicht aus  (Gelesen 10014 mal)

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mutabor

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Wenn ich eine System konstruiere, dass sich NUR auf meine und deine Gefühle, Bedürfnisse und Gedanken in einer freiwilligen Kommunikation beruft, so wird innerhalb dieses Systems alles, was von außen begrenzen oder steuern will, als ein gewaltvoller Eingriff begriffen.

Ich bin ganz erstaunt, dass diese scheinbar einfache Idee von Rosenberg nicht heftigen Widerstand hervorruft!

Hier wird eine Weltanschauung vertreten, die die Gewaltfreiheit zum Ziel hat und auch eine Ursache für die Gewalt in der Welt kennt: Lenkung vom Gegenüber und die Angst vor der Lenkung. Beide bilden eine eskalierende Teufelsspirale.

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Ich habe eine Frage aus der Beschäftigung mit der GfK gezogen: Bin ich bereit die Welt so anzunehmen, wie ich sie erlebe, auch wenn sie auf meine Bitte zur Veränderung abschlägig reagiert? („Du kannst nur eins haben: Recht oder Glück.“)

Dies schließt ein, dass ich hinterfrage, was ich von der Welt überhaupt erfahre. Ob ich mir sicher sein kann, dass mein Urteil über die Welt für mich, für mein Gegenüber und für die anderen stimmt.

In meinen Gedanken komme ich immer wieder darauf, dass ich mir sehr unsicher bin, was es mit dem Leben auf sich hat.

Ich möchte dazu ein Bild von Hans Peter Dürr benützen:

Er ist Wissenschaftler und deshalb formuliert er das Bild so, dass eine Kritik der Wissenschaften dabei entsteht. Ich möchte es so abwandeln, dass eine Kritik unserer Wirklichkeitsauffassung entsteht.

Ein Fischer hat sein Leben lang gefischt und fest gestellt: es gibt Gesetzmäßigkeiten unter den Fischen:

1.   alle Fische sind Lebewesen mit Kiemen und
2.   alle Fische sind größer als 5 cm.

Er freut sich und geht zu einem Philosophen, ihm seine Weltsicht zu unterbreiten.

Der Philosoph antwortet: „Nun, das erste Gesetz, das du postulierst, könnte schon richtig sein, denn du hast bis lang nichts anderes gefangen, als Fische mit Kiemen.“ Diese These beruht auf deinen Erfahrungen bis lang und ich möchte dich warnen: es könnte irgendwann mal ein Lebewesen in deinen Netzen sein, das Fisch ist und anders atmet. Wer weiß. Theorien können keinen Anspruch auf absolute Wahrheit beanspruchen. Sie werden laufend durch unsere Erfahrungen widerlegt und erweitert.

Dein zweites Gesetz ist aber kein Gesetz, denn guck dir mal dein Netz an. Es hat eine Maschenweite von 5 cm, deshalb kann sich da kein Fisch verfangen, der kleiner ist als diese Maschenweite.“

Wie alle haben eine Vorstellung von unserer Wirklichkeit wie der Ichthyologe seine Gesetze von den Fischen hat. Aber ob unser Vorstellungen richtig sind, beruht auf unseren Erfahrungen, die wir bis lang gemacht haben (keine Fische ohne Kiemen) und auf unserem Erfahrungsapparat (das Netz). Unser Erfahrungsapparat ist das Gehirn eines Säugetieres. Und in diesem Gehirn, in unserem Denken ist die Erfahrung unserer ganzen Gattung, vielleicht noch viel mehr verankert. In unserem Denken und unserer Sprache ist unsere Lebenserfahrung verankert.

Dürr erzählt die Parabel, um Wissenschaftlern anschaulich zu machen, dass wir doch eigentlich nur wenig wissen, von der Welt und dass es möglich wäre, dass alles sehr anders ist. (Den Gedanken hatte Einstein auch als er sich zu seinen beiden großen Theorien äußerte. -„Wie erleben mehr als wir begreifen“ – ein Buchtitel von Dürr).

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Angewandt auf die GfK stellt sich mir die Frage, ob es stimmt, dass es nur NUR meine und deine Gefühle, Bedürfnisse und Gedanken in einer freiwilligen Kommunikation gibt oder ob dies nicht ein Problem unserer Wahrnehmung ist.

Rosenberg setzt vorraus, dass eins ziemlich konstant ist: der, der redet und der der zuhört.

Ich möchte diesem Gedanken zwei Erlebnisse entgegensetzten:

1. Wer ist Europa.

Ich habe ca. 10 Jahre mit geistig Behinderten gearbeitet. Eine Frau (wie wenig trifft dieses Wort, den lieben Menschen, den ich mir vorstelle!) – ich möchte sagen eine Künstlerin war Europa. Sie hieß irgendwie anders, aber war für mich der Inbegriff, der Musikalität!

Europa hatte eine IQ von deutlich unter 30, ihr Rhythmusgefühl war dynamisch ;-) und die Aussprache reinstes Genuschel. Was sie hatte Empathie. Sie erfühlte sich die Welt und erlebte stürmische Gefühlsausbrüche, wenn wir zur Gitarre „Hoch auf dem gelben Wagen“ sangen.

Europa hatte immer wieder die Eigenart, dass sie ohne erkennbaren Grund in eine dramatische Depression verfiel. Sie weinte dann alle Tränen der Welt, lange, ausgiebig und dies endete immer wieder in epileptischen Anfällen.

Mir fiel auf, dass Europa in ihrer Depression auf mich reagiert! Nach einigen Versuchen wurde immer klarer, dass sie in der Depression mit dem Beobachter der Depression kommuniziert. – Was heißt das?

Europa litt und weinte. WENN ich jetzt auf sie zuging und sie tröstete, dann weinte sie heftiger.

Bitte stellt euch das so vor wie ein Selbstmörder, der genau in dem Moment von der Brücke springt, wenn ihr ihn bemitleidet.

Europa hörte sofort auf zu weinen, WENN der Beobachter selber anfing zu leiden. Ich spielte einfach, dass ich vom Leiden Europas so betroffen sei (was ja gar nicht so gelogen war ), dass sie die mir konträre Rolle einnahm: sie begann mich zu trösten und lachte mich an, damit ich das mache, wovon sie glaubte, was das Ende alles Leid auf dieser Erde war: Musik. Und wenn ich keine Musik machen konnte, dann stand jetzt erst einmal Kuscheln an.

Wer ist Europa? Ist sie das Leiden? Ist sie das Trösten? ODER Ist das vielleicht die völlig falsche Frage?

Ist das Verhalten von Europa vielleicht eine (unbewußte?) Methode gewesen, um von mir als Betreuer zu bekommen, was Spaß macht?

Jedem anderen hätte ich jetzt vermutlich Manipulation untersagt. Ich kann mir eine solche Technik bei einem so schwer behinderten Klientel nicht mehr vorstellen. – Ich schließe dies aus.

Richtiger empfinde ich den Gedanken, dass Europa und ich ein System bildeten, in dem Tränen und Lachen die Vokabeln einer ganzheitlichen Sprache waren. Der Ausdruck von Lust und Leidenschaft.

Wenn Rosenberg sagt: „das Ziel des Lebens sei es alle Tränen zu weinen und alles Lachen zu lachen“, entsteht in mir ein statisches Bild: ich bin ein Gefäß und darin sind Tränen und Lachen. Und meine Lebensaufgabe ist es rauszulassen, was schon in mir ist (das ist die alte Physik – Dürr). Ich höre fast schon aus diesem Gedanken heraus: es gibt eine begrenzte Menge Tränen und Lachen. Irgendwie ist alles determiniert. (Und wenn ich die Position aller Sterne wüste und deren Bewegung und Beschleunigung, dann könnte ich den Lauf der Welten vorhersagen.)

Ich möchte fragen, ob das mit eurer Wirklichkeitsauffassung übereinstimmt. Europa hat gelacht und geweint. Lachen und weinen lagen ganz nah beieinander. Beides war durch mein Verhalten abrufbar. Je nach dem wie ich mich verhalten habe, zeigte sich Europa anders.

Sich mit dem verbinden, was lebendig in einem ist. Was ist in Europa lebendig gewesen? Wer war Europa? Wenn ich das Lachen gefördert oder provoziert (?) habe ODER wenn ich das Weinen gefördert oder  provoziert habe.

In der GfK gibt es die Vorstellung, dass der andere frei entscheiden soll, dass Manipulation abzulehnen ist. Ich frage mich, ob diese Vorstellung für mich stimmig ist. Sie geht davon aus, dass Europa und ich getrennte Wesen sind und einer will etwas vom anderen. In meiner Idee sind Europa und ich ein Wesen! Ein System. Und ich sehe am Verhalten von Europa die Auswirkungen meines Verhaltens.

In der klassischen Welt gäbe es eine ganz klare herachische Struktur: Betreuter unten und Personal oben. Ich habe das Sagen. Europa hat mich da eines ganz anderen gelehrt!

In der systemischen Denke, hat Europa die gleichen sprachlichen Möglichkeiten wie ich – sie benützt halt eine andere Sprache. Mein Theaterspiel ist dann nicht mehr der Versuch einer Gegenmanipulation, sondern meine nonverbale Antwort: zum Schluss haben wir uns verstanden: Musik oder eben auch nicht.

Was wäre, wenn es das, was wir Manipulation nennen, gar nicht gäbe?
Was wäre, wenn es so etwas wie ein Selbst gar nicht gäbe?
Was wäre, wenn der Idee der Spirituellen: „wir sind alle  eins“ eine ganz konkrete Bedeutung zu käme: Kommunikation, Phantasie, systemischer Ansatz!

UND vor allem: mit welchem Teil des anderen ist man denn empathisch? Mit dem offensichtlichen Leid oder mit den Teilen, die im Hintergrund aktiv sind? Mit den Möglichkeiten, die noch unsichtbar sind.

In anderen Worten bin ich lösungs- oder problemorientiert?

Was will Europa bei mir erreichen? Was ich bei Europa? Und wie reden wir miteinander?

In der GfK wird meiner Meinung nach so getan, als ob der jenige, der manipuliert wird, der Manipulation hoffnungslos ausgesetzt ist. Wenn ich gar nicht in Erwägung ziehe, dass der andere mich manipulieren kann oder möchte, dann antworte ich einfach auf seine Fragen, Bitten, die er an mich stellt. Ich antworte in seiner Sprache und es wird egal, wie vehement er sie vorbringt: ich antworte darauf. Mal sehen welches Potenzial in uns steckt.

Und 2. ist ein Hund ein Hund?

Ich war mit einer Freundin spazieren. – Sie: von Beruf Tierärztin.

Im Ländlichen findet man auch heute noch öffentliche Wege, die durch einen Bauernhof führen. Einen solchen Weg gingen wir, bis ein wild kläffender Hund auf uns zulief. Der Weg war uns beiden fremd.

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Wenn mich jemand fragen würde, was der Hund mir mitteilt, wäre meine Antwort:
Das ist mein Hof (des Hundes). Du hast hier nichts zu suchen. Ich will, dass du sofort verschwindest und ich werde dich zerfleischen.

Ich denke, dass der Hund über mich denkt: dieser Mensch hat Angst und ist fluchtbereit. Ich bin der Stärkere, wenn ich jetzt in meiner Wut bin.

Für mich war dies die Wirklichkeit. Ich selber habe große Angst gehabt und wäre nie auf die Idee gekommen, dass ich hier weiter gehen würde.

Anders meine Freundin:

Sie ging strahlend auf den Hund zu, ging in die Knie und schlug die Hände zusammen: „Was bist du doch für ein schöner Hund, so! kräftig und behütetest dein Haus so! fein. Dein Herrchen wird stolz auf dich sein …“

Wenn mich jemand fragen würde, was meine Freundin über den Hund gedacht hat: dieser Hund ist ganz lieb. Ich kann mich ihm anvertrauen. er tut mir nichts.

Der Hund ist mit wedelndem Schwanz in ihre Arme gelaufen und hat ihr Gesicht geleckt.

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Den Hund, den ich erlebt habe, war eine Bestie -> ich war in konkreter Gefahr gebissen zu werden.

In der Wirklichkeit, die meine Freundin erlebt hatte, der Hund war ein Liebling -> sie beide schmusten, ob wohl sie sich zum ersten Mal gesehen hatten! Meine Freundin hatte sich mit ihrer Wirklichkeitsauffassung durchgesetzt.

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Der Hund hat ein Beißen und ein freudiges Wedeln des Schwanzes, ein Lächeln und ein Weinen, beides hatte er sofort hinter einander gezeigt.

Ich frage jetzt: was ist ein Hund? Wer bin ich, wenn nicht das Ergebnis einer Kommunikation?

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Womit ich bei meinem Gegenüber in Empathie trete, bestimmt, wen ich vor mir habe und wie der weitere Verlauf der Kommunikation ist.

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Ich glaube, dass die GfK einer gründlichen Weiterentwicklung bedarf.

Zudem bin ich überzeugt, dass sich das lohnen würde!


« Letzte Änderung: 29. Juli 2011, 15:49:34 von mutabor »

mutabor

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2. Liebe und Kritik zur GfK schließen sich für mich nicht aus
« Antwort #1 am: 30. Juli 2011, 07:10:53 »
Ich lebe in einer Ehe. Zwischen meiner Frau und mir gibt es Wiederholungen: wer was bei uns macht. Daraus sind gegenseitige Erwartungen gewachsen. Wir kommunizieren nicht alles frei und immer wieder neu. Vieles hat sich eingespielt.

Ich lebe in einer Familie. Wir haben Rituale: Sonntags trifft man sich dort, Weihnachten gibt es Ente und einmal in Jahr treffen sich alle Mitglieder in einem bestimmten Kaffee.

Ich wohne neben Nachbarn. Es gibt klare Erwartungen, wie die gemeinsamen Wege gesäubert, der Schnee verräumt wird. Und wenn man krank ist, kann man sich darauf verlassen, dass dies beobachtet wird und man darauf reagiert.

Ich wohne in einer Stadt. Ich darf nicht parken, wo ich will. Sie betreibt eine Schule und dort gibt es u.a. eine Hausordnung.

Unser Bundesland, Heimatland, die EU und die UNO haben wie die Kirchen Ideen, wofür sie stehen und wie sie das umsetzen wollen und was man darf. Kurz: Menschen verhandeln nicht alles neu, sondern legen sich ein System erfolgreicher Regeln auf.

Allen Gemeinschaften ist gemein, dass sie Gesetzen folgen. Diese sagen, was du SOLLST.

Die GfK ist auch ein Regelwerk. Sie sagt, wenn du die vier Schritte: Beobachten, Einfühlen, Bedürfnisse erkennen und daraus eine offene Bitte formulieren, befolgst, dann wird es in der Welt zu einem Abbau von Gewalt kommen.

Die GfK ist meines Erachtens ein sehr strenges Regelwerk, weil sie sogar bis in die sprachliche Abbildung von Gefühlen eingreift. Gefühle sind aus meiner Sicht vorsprachlich. In der GfK gibt es Listen, was richtige Ausdrucksformen von Gefühlen sind. Meiner Meinung nach ist dies keine sehr tragfähige Abbildung der Wirklichkeit.

Wenn Gefühle vorsprachlich sind, es also keine direkte Beziehung zwischen dem Wort, den Lauten und dem Inhalt gibt, also dem, was wir erleben, wenn wir den Begriff Angst benützen, dann ist das nur eine sprachliche Regel, eine sprachliche Übereinkunft. Für mich ist das Wort Angst überhaupt nicht mit irgendwas verbunden, außer der Übereinkunft, was wir alle zu meinen wissen.

Wenn es in der GfK um den Ausdruck, von dem geht, was in einem steckt. Dann halte ich solche Listen für kontraproduktiv – sie gaukeln vor, dass wir wüsten, was im anderen vorgeht, wenn wir ein bestimmtes Wort hören.

Ich verstehe am besten, wenn der andere in Bildern redet. Wenn die Sprache dazu benützt wird, Situationen aufzurufen, die jeder schon einmal erlebt hat und diese Situationen korrelieren zu lassen.

Ich rufe auf statt solcher Listen von Gefühlsbeschreibungen, Bilder zu benennen, die im gegenseitigen Gespräch interpretiert werden.

Beispiel:

Wenn jemand sagt: „ich fühle mich verfolgt“. Dann sagt die GfK: Ohje, dahinter steht ein Opferbewußtsein, der dies sagt, hat noch nicht verstanden, dass er selber die handelnde Person in seinem Leben ist und da müssen wir noch einmal nachfragen. – D.h. wir weisen seinen Gedanken zurück und forschen danach, was denn das Gefühl dahinter ist…

Zwischen dem Befragten und dem Fragenden hat sich jetzt ein Oben-unten-Verhältnis etabliert: einer, der weiß, was wahre Gefühle sind (siehe Liste) und einer, der darf jetzt seiner Ausdruckweise misstrauen und ist auf die Hilfe des Fachmannes angewiesen, um dass zu vermitteln, was nur er alleine kennt: seine Gefühle.

In meiner Erfahrung stolpern ganz viele! GfK-ler in diese Struktur, in diese Herachie.

Wenn mir jemand sagt: „ich fühle mich verfolgt“, dann gehe ich ganz anders damit um und erreiche im besten Fall, dass sich das Gefühl in einem Bild zeigt und uns beiden vielleicht zum ersten Mal klar wird. Für mich sind solche Äußerungen unantastbar. Ich höre in den Satz: „ich fühle mich verfolgt“ ein „So-als-ob“ hinein.

Aus: „ich fühle mich verflogt“ wird in meiner Vorstellung: „ich fühle mich so als ob ich verfolgt würde“.

Ich mache aus dem Indikativ einen Konjunktiv. Aus einer argumentativen These (der ich widersprechen kann) mache ich damit ein kleines Kunstwerk und da gelten auf einmal andere Regeln. Wenn mir jemand sagt: „stell dir mal vor, ich werde verfolgt“, dann habe ich vor Augen wir mein Blutdruck steigt, wie ich in einen Flucht- und Angriffsmodus wechsle, wie sich meine Wahrnehmung dramatisch reduziert auf einen Gedanken: ich will mich schützen.

Anstatt eine Opfermentalität zu bewerten, schlage ich vor, diesem Bild ruhig Raum zu geben, es auszubauen und facettenreich gestalten zu lassen. Mein Ziel ist es, dem Raum zu gewähren, was da ist. Es ruhig so entstehen zu lassen, wie es da ist und wirklich ganz zum Schluss, mal zu überlegen, ob die Situation wirklich so bedrohlich war, wie wir das uns nun mal so denken. Oft ist das ja nicht so und damit ist dann die Opfermentalität weg ohne, dass ich ein Wort dazu habe sagen müssen.

Ich möchte Rosenberg eigentlich in vielem widersprechen:

1.   unser Leid hat mit unserem Denken zu tun. Die Vorstellung „ich sollte“ ist meines Erachtens so wohl lebensdienlich wie auch nicht lebensdienlich. Ein Ich-sollte fördert die Gemeinschaft, denn nicht alles ist neu verhandelbar, wir bauen auf etwas auf und das sind Regeln, Gesetze. Diese lebensdienlichen Regeln können aber auch das Verhindern, was sie fördern wollen. Meines Erachtens ist das so wohl eine Frage der Qualität wie auch der Quantität, wann eine Regel mehr verhindert als begünstigt – da muss man sehr genau hinsehen.
2.   Der Ausdruck von Gefühlen sind nicht die Worte einer Sprache. In meinem Denken komme ich Gefühlen am besten nahe, wenn ich Bilder entstehen lasse. Bilder aus Träumen, aus Tagträumen, aus Phantasien! (Ich bin überrascht, wie wenig der Begriff Phantasie in der GfK eine Rolle spielt! Ich halte diese Beobachtung für einen ZENTRALEN Hinweis!)
3.   Ich möchte das Gefälle zwischen den Gesprächsparteien vermeiden. Deshalb sind für mich die Äußerungen über Gefühle indiskutabel. Ich möchte sie so annehmen, wie sie kommen. Meine Aufgabe sehe ich darin, sie mit dem Gegenüber von unterschiedlichen Seiten anzusehen und sich unsere Beobachtungen ergänzen lassen.
4.   Ich möchte auf Augenhöhe mir dem anderen stehen, weil ich eins nicht weiß: warum, wir leben, was ein gutes Leben ist und wer ich selber bin. Was sich bei mir als Erfahrungen dazu ansammelt, lässt eine vage Ahnung entstehen, aber mehr nicht: meine Ideen sind deshalb nur in Verbindung mit denen der anderen eine Bereicherung.

;)

Ich halte die Idee der GfK für eine unentliche Bereicherung der Welt UND ich plädiere dazu sie neu zu erfinden.

Offline Claudia

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Re:Liebe und Kritik zur GfK schließen sich für mich nicht aus
« Antwort #2 am: 30. Juli 2011, 11:09:55 »
uff. Danke, dass Du Dich mitteilst.

Da brauche ich ein bisschen zum Verdauen.

C.
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mutabor

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Re:Liebe und Kritik zur GfK schließen sich für mich nicht aus
« Antwort #3 am: 31. Juli 2011, 06:05:38 »
Hi Claudia,

Dein "uff!" zeigt ganz deutlich, dass ich schwere Kost zu bieten habe.

Das will erst einmal verdaut werden. Du brauchst Zeit dazu.

Ich rechne damit, dass Du und andere vieles meiner Meinung nicht teilt. Ihr werdet das anders sehen. Ich sähe eine Diskussion darüber als eine Bereicherung, denn eins weiß, ich nicht: ob das, was ich hier vortrage meiner Wahrheit letzter Schluss ist. - Ich gehe eher davon aus, dass dies der Teil des Erlebnisses ist, dass sich mir eröffnet, wenn ich hier poste und mit euch reden möchte.

Ich schlage etwas vor.

Was ich geschrieben habe, ist die Übersicht - gut, dass es so etwas gibt für den, der sie lesen möchte.

So eine Übersicht, erschlägt einen, deshalb ist zum Diskutieren kurz, knapp besser.

Ich werde jetzt unter den Kapitteln Beobachtung etc. noch einmal schreiben, diesmal im Detail, um Wort und Gegenwort zu ermöglchen.

Mal sehen was, passiert.
LG
m




Offline Claudia

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Re:Liebe und Kritik zur GfK schließen sich für mich nicht aus
« Antwort #4 am: 31. Juli 2011, 10:36:43 »

Anmerkung: Ich habe dieses Posting als Antwort auf ein anderes Posting von Mutabor geschrieben, aber dabei Inhalte vermischt, die eigentlich hierher gehören. Darum stelle ich sie auch hier noch mal ein.

C.






Moin, Mutabor!

Das ist jetzt schon der dritte Beitrag, vor dem ich ratlos sitze.
Unglaublich viele Details listest Du auf, denen ich nur zustimmen kann. Ich denke auch, dass wir die Welt nur ausschnittweise wahrnehmen. Ich bin ein großer Fan des Konzepts der Kapitulation. Mir gefällt das, was Du von Dürr eingestellt hast. Und doch bleibt bei mir immer ein Unbehagen, was genau Dir jemand von GfK erzählt hat, oder, vielleicht schlimmer, was genau Du mit dem Etikett GfK erlebt hast, denn meine Erfahrungen scheinen so ganz anders zu sein.


Ich habe einen spannenden Vortrag von Klaus Renn zum Thema Focussing, in dem er zum Beispiel ausführt, dass auch unsere Organe Dinge wahrnehmen. Falls das Thema für Dich interessant ist, würde ich Dir den Vortrag gern zur Verfügung stellen.



Du schreibst,
Zitat
Ich stelle mir eine Extremsituation vor:
Jemand will sich vor Deinen Augen töten, wenn Du ihm nicht einen guten Grund nennen kannst, dass er weiterleben sollte.

Was braucht ein solcher Mensch?

Ich fand dieser Tage einen Artikel über die Tötungen in Norwegen. Ein junger Mann stand dem Schützen Auge in Auge gegenüber. Er sagte sinngemäß zu ihm: Du wirst doch nicht aus einen Norweger (Landsmann) schließen? Daraufhin erschoss Breivig den Jungen neben dem Sprecher. Wer weiß, was einen Menschen aufhalten kann...

Mutabor,
ich bin mir nicht sicher, worum es Dir wirklich geht.

Ist Deine Sorge, dass die GfK ein in sich abgeschlossenes System ist, dass nicht flexibel genug auf das Leben reagiert?  Hast Du die Befürchtung, dass die vier Schritte eher einengen als öffnen? Ich würde gern wirklich verstehen, was Deine tiefe Besorgnis ist, die Du mit den vielen Beispielen untermauerst.


Es gibt viele Stellen, in denen Marshall selbst immer wieder sagt, dass die vier Schritte nur beispielhaft sind und dass sie lediglich die Chance erhöhen können, gesehen oder gehört zu werden oder der Erfüllung einer Bitte näher zu kommen. Ich dachte heute morgen, wenn ich einen Schacht in einem Hochhaus habe, dann gibt es diverse Möglichkeiten, den Höhenunterschied zu überwinden. Die vier Schritte können dabei wie ein Treppengeländer hilfreich sein. Ich hangele mich an ihnen entlang. Ich habe eine Vorstellung (erarbeitet), wo ich hin will. Ich habe von Leuten gehört, die eine senkrechte Fassade hinaufkraxeln können. Und es gibt so coole Typen, die schaffen es selbst über längere Stecken, ein Seil hinaufzuklettern, die brauchen keine Treppe. Und dann kann ich mich natürlich vom Hubschrauber absetzen lassen oder versuchen, mit dem Fallschirm eine Punktlandung auf dem Dach zu machen...
Ich bin nicht besonders wagemutig und klammere mich deshalb oft an das Treppengeländer der vier Schritte. Nicht mal das gelingt mir so oft, wie ich es gern hätte! Freitagabend auf dem Nachhauseweg habe ich meinen Sohn angerufen und gefragt, ob wir zusammen grillen wollen. Nach einigem Hin und Her ergab sich, dass der andere Teil der Familie als Abendbrot bereits Pizza aufgetaut hatte und damit war das Thema Grillen erledigt. Ich habe erst am nächsten Tag realisiert, dass ich auf der Strategie-Ebene agiert hatte. Wahrscheinlich wäre ich weiter gekommen, wenn ich meinen Sohn angerufen hätte und gesagt: Ein Wochenende ohne Planung und Termine liegt vor mir. Ich fühle mich einsam. Wärst Du bereit, nach der Arbeit für eine halbe Stunde bei mir vorbeizukommen?

Für mich hat GfK nicht in erster Linie mit dem anderen zu tun, sondern mit mir. Es ist ein Werkzeug, mich selber besser kennen zu lernen, mehr über meine Bedürfnisse zu erfahren und mich dafür einzusetzen, dass ich sie erfülle. Der Weg vom Innen zum Gegenüber lässt sich mit den vier Schritten leichter beschreiten. Mein Versuch am Freitag, mich einfach an die Liane zu schwingen, ist gerade mal wieder grandios gescheitert.


Mutabor, ich kopiere dieses Post jetzt auch in den "Kritik"-Thread, weil ich Dinge, die hier und dort geschrieben sind, miteinander vermischt habe.

Meine Bitte an Dich:

Würdest Du benennen, welche Deiner Bedürfnisse durch den Einsatz der GfK unerfüllt bleiben? Ich merke, dass ich zu einer intellektuellen Debatte nicht in der Lage bin, aber ich möchte mich trotzdem mit Dir austauschen.

Wie geht es Dir mit diesen Worten?

Gruß,

Claudia
 
« Letzte Änderung: 31. Juli 2011, 10:38:32 von Claudia »
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mutabor

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Re:Liebe und Kritik zur GfK schließen sich für mich nicht aus
« Antwort #5 am: 31. Juli 2011, 11:46:46 »
Hi Claudia,

vielen Dank für deine Worte.

Ich glaube, dass ich ziemlich enttäuscht bin, von Erfahrungen, die ich selber gemacht habe mit GfK-lern und von Berichten anderer Leute, dass ich gerade da Gewalterfahrungen gemacht habe, wo ich sie nicht erwartet habe: in der GfK.

Ich habe Leute erlebt, die im Grunde die GfK wie ein Konzept zur Sprachregelung benützt haben und ich bin darüber sehr traurig.

Gestern habe ich ein Paar gemeinsame Freunde wieder getroffen, die ebenfalls in diesen GfK-Kreisen unterwegs waren und auch die habe sich aus dem gleichen Grund heraus aus diesem GfK-Kreis abgewandt.

Ich bin darüber sehr traurig.

Liebe Grüße
m

####

Hi Claudia,

ich glaube, dass ich mich schlicht verlaufen habe. Mir war es gar nicht klar, dass ich noch so an diesen alten Geschichten hänge.

Wenn ich jetzt etwas brauche, dann Zuwendung von mir selber und eine speziellen guten Freund.

So - da sind aber noch die drei Texte, von denen Du gesagt hast, dass du ratlos vor ihnen stehst. Ich denke, dass es vielleicht richtig, wäre sie aus dem Netz zu nehmen. Das möchte ich jetzt aber nicht einfach so machen, sondern Dich fragen, was Du davon hältst.

Ich merke, dass mir eine Disskusion, wie ich sie selber angestoßen haben jetzt nicht git tut.

Wenn  das für Dich okay ist, dann lösch sie bitte, einfach.

Vielen Dank noch einmal
m
« Letzte Änderung: 31. Juli 2011, 13:52:21 von mutabor »

Offline Claudia

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Re:Liebe und Kritik zur GfK schließen sich für mich nicht aus
« Antwort #6 am: 31. Juli 2011, 21:48:23 »
Lieber Mutabor,


ich würde sie nur sehr ungern löschen. Denn die Fragen, die Du damit aufwirfst, sind ja aus meiner Sicht total berechtigt. Und das eine oder andere würde ich schon gern noch mal näher beleuchten und etwas dazu sagen. Mir gefallen die Beispiele mit Europa und mit dem Hund!!! Für mich sind das ganz wichtige Hinweise auf unsere Wahrnehmung, die eben wirklich "nur" selektiv ist.



Ich nehme Dich gerade traurig und ein bisschen verwundert wahr. Lese ich Dich da richtig? Und würdest du einfach gern darauf vertrauen, dass GfK ein funktionierender Weg sein kann, um Probleme ohne Gewalt zu lösen? Kann es sein, dass Du an dieser Stelle gerade hoffnungslos und einsam bist?  Ich kann nur raten. Brauchst du Verbindung, gesehen werden, Verstehen, Gemeinschaft und Wärme?

Falls etwas davon zutrifft - kann ich einen Beitrag dazu leisten?



Mutabor,
ich habe eine(n) zertifizierte Trainer(in) gesehen, dem/r eine Jahresgruppe unter den Händen zerflogen ist. Ich habe von einem zertifizierten Trainer gehört, der zu einer Teilnehmerin gesagt haben soll, sie könne gar keine richtige Empathie... Ich habe ein internationales Intensivtraining mit Marshall erlebt, wo an neun Tagen diskutiert wurde, ob man die Sitzungen auf Tonband aufzeichnen dürfe. Und ich habe von einer zertifizierten Trainierin gehört, in deren Arbeitseinheit ein Paar von divernsen anderen Paaren geradezu zerlegt wurde... ohne Schutz, ohne Respekt. Und ich habe leider noch nicht den Knopf gefunden, wir man mittels GfK von all diesen Menschlichkeiten enthoben wird und sofort in den Stand der Heiligkeit kommt...

Ich habe auch schon Gewalt im GfK-Umfeld erlebt, und ich fürchte, dass ich sie manchmal auch auslebe. Nicht, dass ich das will. Wie sagt Marshall: Everything that is worth to be done is worth to be done poorley. Ich sehe mich als Lernende, und ich bemühe mich es so gut und so bewusst zu machen, wie es mir möglich ist. Dieser Prozess dauert eine verdammte Zeit und ich wünschte, ich wäre der Erleuchtung schon ein bisschen näher. In dieser „Wolfswelt“ ist es mir manchmal so schwer, meine Giraffenohren zu finden. Die verkriechen sich dann unterm Haaransatz  :g1:

Ich glaube, wir brauchen eine Giraffengemeinschaft, um uns gegenseitig zu bestärken und zu unterstützen. Nicht mal Gandhi konnte seine Revolution allein vornehmen...


Wie geht es Dir mit meinen Worten?


Claudia
« Letzte Änderung: 31. Juli 2011, 21:50:38 von Claudia »
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mutabor

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Re:Liebe und Kritik zur GfK schließen sich für mich nicht aus
« Antwort #7 am: 01. August 2011, 06:36:53 »
Hi Claudia,

1. ist bin noch da,
2. mir geht es mit deinen Worten gut, denn Du lebst ja das aus, was ich an der GfK gut finde...

3. Was ich erlebt habe, ist, dass Leute eine Methode ausleben und dabei den Menschen aus dem Auge verlieren.

4. Warum es mich so schmerzt, ist ein Thema von mir: ich möchte in der Welt eine Veränderung in Richtung: Freude, Zusammensein - kurz dem Guten. Denn ich habe Erlebnisse, die ich so nicht wieder haben möchte. Und da komme ich an einen ganz spannenden Widerspruch:

in der Vermeidung des Unangenehmen verhindere ich das Angenehme.

Indem die Trainer die GfK angewandt haben, um etwas Gutes zu bewirken, ist - wie ich finde - ein totalitäres System entstanden. - Und heute fühle ich mich ihnen so nahe wie noch nie! Ich sehe ganz genau ihren Versuch - wie bei mir selber - etwas Gutes zu tun!

Byron Katie sagt immer wieder: der Krieg fängt an, wenn jemand sich wehrt....

###

Ich bin weiß Gott nicht fehlerfrei! Und mein Wunsch ist ganz klar die Hebung des Gemeinwohls. Ich glaube, dass ich genau hierin, meine Achillis-Verse habe.

Ich füge zwei Zitate an:

1. wieder mal meinen geliebten Khalil Gibran:
"Wie in einer Prozession geht ihr zusammen eurem göttlichen Ich entgegen. Ihr seid der Weg und die Wallfahrer. Wenn einer von euch strauchelt und fällt, so fällt er für jene, die hinter ihm gehen, um sie vor dem Stolperstein zu warnen. Ja, er fällt sogar für die, die vor ihm gehen, die schneller und sicherer zu Fuß sind und die es versäumten, den Stein zu entfernen."

2. Paul Watzlawick: "Wenn die Lösung zum Problem wird" - http://www.youtube.com/watch?v=azIx-YncOOc

3. Robert Betz: "Warum Spirituelle später in den Himmel kommen" - http://www.youtube.com/watch?v=IX5OvQ1pkBY

Wer weiß wofür mein Rumzornen gut war und wer davon in welcher Weise profitiert. Du fragst, wie es mir mit deinen Worten geht:  :g1:

LG
m

Offline Claudia

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Re:Liebe und Kritik zur GfK schließen sich für mich nicht aus
« Antwort #8 am: 01. August 2011, 09:25:14 »
Lieber Mutabor,


heute morgen fiel mir ein, dass es hier vielleicht um die Schüsselunterscheidungen geht:

http://www.gewaltfrei-im-norden.de/index.php?PHPSESSID=9bcca62025d3184378c54ecf35286446&topic=125.msg524#msg524

GfK ist für mich in erster Linie eine Frage der Haltung. In meiner Übungsgruppe hatten wir kürzlich die Frage, „was ist 'richtige' Empathie?“. In einer Kleingruppenübung hat dann eine der Teilnehmerinnen mit einem anderen Teilnehmer gebetet. Anscheinend war es für beide die optimale Möglichkeit, Mitgefühl und Machtlosigkeit miteinander zu teilen. Wunderbar! Und dabei steht "gmeinsames Gebet" in keiner Liste zum Thema Empathie  ::)


Gruß,

Claudia
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Re:Liebe und Kritik zur GfK schließen sich für mich nicht aus
« Antwort #9 am: 01. August 2011, 09:34:17 »
uff...


das Link bei Christian Rüther ist nicht mehr hinterlegt, aber Markus Sikor hat was dazu ins Netz gestellt. Normalerweise wird diese Sache in Tabellenform dargestellt, aber ich denke, das kannst Du Dir auch so zusammenreimen...


Du findest die Infos unter Kapitel 15 auf folgender Webseite:

http://www.slideshare.net/msikor/gewaltfreie-kommunikation-ausbildung-unterlagen


# Institut Sikor mediation training Schlüsselunterscheidungen
1. "Eine Giraffe sein" ó "Sich wie eine Giraffe verhalten"
2. Die Ehrlichkeit der Giraffe ó die Ehrlichkeit des Wolfes
3. Einfühlung ó Sympathie und andere Formen des Eingehens auf den anderen (wie z.B.: versichern, Geschichten erzählen, Ratschläge geben, belehren, erklären, beruhigen, trösten)
4. Gebrauch von schützender Gewalt ó strafender Gewalt
5. Macht mit ó Macht über
6. Anerkennung ó Zustimmung, Komplimente, Lob
7. Wahl ó Unterwerfung oder Rebellion
8. Beobachtung ó Beobachtung vermischt mit Bewertung
9. Gefühle ó Gefühle vermischt mit Gedanken
10. Bedürfnis ó Bitte
11. Bitte ó Forderung
12. Anlaß ó Ursache
13. Werturteil ó moralisches Urteil
14. Natürlich ó gewohnt
15. Gegenseitige Abhängigkeit ó Abhängigkeit oder Unabhängigkeit
16. Mit dem Leben verbunden ó dem Leben entfremdet
17. Konsens ó Kompromiß
18. Nicht aufgeben ó fordern
19. Selbstdisziplin ó Gehorsam
20. Respekt vor Autorität ó Angst vor Autorität
21. Verletzbarkeit ó Schwäche
22. Liebe als ein Bedürfnis ó Liebe als ein Gefühl
23. Selbstempathie ó Ausagieren, Unterdrücken oder Schwelgen in Gefühlen
24. Idiomatische ó klassische (formale) Giraffe
25. Erraten ó Wissen
26. Empathisches Ahnen ó intellektuelles Herumraten

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C.
« Letzte Änderung: 01. August 2011, 09:38:04 von Claudia »
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