Autor Thema: Wie schützen sich Giraffen vor Wölfen?  (Gelesen 26293 mal)

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Offline Curious

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Wie schützen sich Giraffen vor Wölfen?
« am: 12. Februar 2015, 19:31:19 »
Bin ich nun also gewillt die  :g1:-Haltung vollständig zu verkörpern und treffe ich nicht nur auf einen  :wolf0: sondern gar eine Bande mit Bandenschef. Nennen wir Sie Firma Wolf von Wolfgang Wolf.

Wie ist es möglich sich vor gewaltätig übergestülpten  :wolf0:-Strategien zu schützen?

Soweit ich weis ist hier eine Strategie eigene Bedürfnisse bennen, Nein zu sagen zu den  :wolf0: :wolf0: und diesen versuchen mit  :g1:-Empathie zu besänftigen.

Ist dies eine realistische / wirksame Strategie sich vor gewalt zu schützen? Manche Beispiele aus den Büchern sagen ja. z. b. einer Frau die der Vergewaltigung durch Empathie und aufrichtigem Mitteilen ihrer Angst entgeht.

Doch gibt es nicht andere, effektivere Strategien sich in Firma Wolf zu schützen? Oder gibt es gar gar keine wirklich wirksame Strategie in unserer Wolfswelt? Wie wirksam ist die  :g1: bzw. der  :wolf0: wenn es darum geht sich zu schützen?

Und ja ich fühle mich unsicher weil mein Bedürfnis nach Schutz vor  :wolf0:-Gewalt nicht ausreichend erfüllt ist und bitte um Strategien, insb. einer Vergleichseinschätzung der beiden Tierchen:  :g1: :wolf0:

Grüße
Baby- :g1:
« Letzte Änderung: 12. Februar 2015, 19:32:53 von Curious »

Offline love_and_mind

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Re: Wie schützen sich Giraffen vor Wölfen?
« Antwort #1 am: 18. Februar 2015, 10:25:44 »
Hallo Curious,
wenn an deinem Arbeitsplatz gehäuft Dinge stattfinden, die es dir schwer machen dich wohl zu fühlen ist es sicher einen Versuch Wert diese Dinge anzusprechen. Um deinen Chef erreichen zu können ist es unabdingbar, dass er in dem was du sagst keinen Vorwurf hört. Wenn Menschen einen Vorwurf hören geht in der Regel sofort „der Rolladen runter“ und sie versuchen ihrerseits sich zu schützen, indem sie mauern, sich verteidigen oder aber einen Gegenangriff starten. Wenn du dir über deine Gefühle und deine, diesen Gefühlen zugrunde liegenden Bedürfnisse im Klaren bist, kannst du ein Gespräch suchen. Dazu brauchst du nur noch eine konkrete Situation, die du schildern kannst, damit Herr Wolf weiß worum es dir genau geht. Also die "Beobachtung" und nicht zu vergessen am Ende die "Bitte", was kann er für dich tun?
Magst  du etwas genauer beschreiben, welche deiner Bedürfnisse nicht erfüllt sind?
Vielleicht musst du Überstunden machen und dein Bedürfnis nach Freiheit und Selbstbestimmung kommt zu kurz? Arbeitsabläufe die dich betreffen werden über deinen Kopf hinweg entschieden?  - Du möchtest gefragt werden und nicht nur informiert? … Merkst du dass dein Einsatz wertgeschätzt wird?
LG Ingrid
« Letzte Änderung: 18. Februar 2015, 10:29:56 von love_and_mind »
In dem was du sagst zeigst du dich, aber was ich höre liegt bei mir.

Offline Curious

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Re: Wie schützen sich Giraffen vor Wölfen?
« Antwort #2 am: 18. Februar 2015, 14:53:33 »
Die Arbeitssituation steht für das Beispiel schlechthin, wie ich als einzelne  :g1: vorgehen könnte.

Das Beispiel ist momentan nur fiktiv.

Ein konkreter Fall:
Wenn jemand viel  :wolf0: spricht, z. b. sagt: "Es gab schon immer Alpha männchen, das es anderst sein kann stimmt einfach nicht."

Dann fühle ich mich überfordert und hab noch nicht die Routine mich in den anderen einzufühlen bzw. es fühlt sich auch ungut an.

Eine Selbstmitteilung zu machen ohne einzufühlen, eskaliert möglicherweise den Konflikt, wodurch ich noch überforderter wäre danach in  :g1: Haltung zu bleiben. Ist der übergangswolf, hier evtl. angesagt?

Offline love_and_mind

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Re: Wie schützen sich Giraffen vor Wölfen?
« Antwort #3 am: 19. Februar 2015, 11:32:57 »
„Übergangswolf“ –   :)  den Begriff kannte ich noch nicht, obwohl ich auch so einen sehr treuen (und manchmal durchaus brauchbaren) Begleiter an meiner Seite habe  :wolf0:

Ja, klar kannst du den bemühen. Wenn du deinerseits „auf Wolf schaltest“ kannst du vielleicht dein Bedürfnis nach Sicherheit, evtl. Einbezogenheit und möglicherweise auch in irgendeiner Form nach Respekt erfüllen. 

Auf der anderen Seite vermute ich, dass es dir auch wichtig ist dich nicht verstellen zu müssen. Du willst dich für deine eigenen Belange einsetzen und befürchtest, dass du (angesichts der riesigen Wolfsohren deines Gegenübers) nicht richtig verstanden wirst, wenn du es versuchst und alles nur noch schlimmer wird?

Aber wenn GfK wirklich funktioniert und die Theorie dahinter nicht nur eine Theorie ist, dann muss es doch einen Weg geben, der kein schales Gefühl im Kontakt mit „(dem) Alphamännchen“ hinterlässt, sondern in eine Art verständiges, freundliches Miteinander mündet.

In dem was du sagst zeigst du dich, aber was ich höre liegt bei mir.

Offline Curious

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Re: Wie schützen sich Giraffen vor Wölfen?
« Antwort #4 am: 25. Februar 2015, 18:03:04 »

Aber wenn GfK wirklich funktioniert und die Theorie dahinter nicht nur eine Theorie ist, dann muss es doch einen Weg geben, der kein schales Gefühl im Kontakt mit „(dem) Alphamännchen“ hinterlässt, sondern in eine Art verständiges, freundliches Miteinander mündet.


Ich glaube durchaus an die GfK. Ich sehe nur ehr einen blinden Fleck außerhalb des Gesprächs. Das Alphatierchen hat Macht. Der "untere" hat auch ein gewisse Dosis Macht. Ich kann mir schon vorstellen das das Alphatierchen nach gewissen umken, strafen und Macht einsetzten, einen andere akzeptiert - gerade wenn - er/sie sieht der andere ist eine friedliche Giraffe  :g1: von dessen Diensten der als  :g1: geborene und zum  :wolf0: erzogene, auch etwas hat.

Und 100%  :wolf0: is ja zum Glück auch keiner.

Dennoch ich habe gerade mit einer Person zu tun, die sagte wir sind nicht auf Augenhöhe... und ich habe entschieden schonmal nicht unter der Person zu sein. Die Person heult gerade  :wolf0: :wolf0: :wolf0: :wolf0:

Klar kenne ich meine Bedürfnisse und ihre krieg ich auch hin, nur... mir ist einfach Selbstrespekt unglaublich wichtig, das ich dieses ge :wolf0:e einfach nicht akzeptiere. Da ich die andere Person nicht ändern kann und will, bin ich einfach... unkooperative. Mir ist einfach Grenzen wahren wichtig, noch mehr als mich einfühlen zu wollen.

 Schutz:g1:?  Übergangs:wolf0:? Schutz :wolf0:? oder doch ein  :wolf0: der alle als Verlierer zurücklässt? Feedback erwünscht.

Offline uwe

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Re: Wie schützen sich Giraffen vor Wölfen?
« Antwort #5 am: 25. Februar 2015, 20:52:53 »
Liebe curios,

erstmal ein herzliches willkommen für deine Gedanken und dafür, dass du dich hier damit zeigst. Deine Frage bewegt mich besonders weil ich gerade wieder nach einem Seminar "über die Brücke gegangen" bin und auch in einer Welt lebe, in der ich nicht immer von der gelebten GFK-Haltung der Menschen um mich herum getragen werde.

Ich weiß nichts über den Grad deiner Erfahrungen mit GFK, deshalb frage ich einfach mal: Sind dir die vier Ohren der GFK vertraut? In der Signatur von love_and_mind steht "In dem was du sagst zeigst du dich, aber was ich höre liegt bei mir.", das beschreibt ein mir wichtiges Konzept. Nämlich, dass ich deine Worte immer auf verschiedene Weisen hören kann, egal was du sagst.

Die Diskussion hier ist gerade eher ein "Metatalk" und sehr abstrakt. Ich kann mich immer viel besser mit konkreten Situationen verbinden und picke mir mal ein Beispiel heraus:

Jemand sagt "Es gab schon immer Alpha männchen, das es anderst sein kann stimmt einfach nicht."


Wie ich damit in einem konkreten Moment umgehen kann hängt von vielen zusätzlichen Faktoren ab.
Vielleicht bin ich nach einem langen Arbeitstag genervt und mir steht gerade nur der äußere Wolf zur Verfügung. Dann sage ich vielleicht etwas wie "Klar und du weißt, wie die Welt funktioniert und was richtig und falsch ist und wahrscheinlich hältst du dich auch noch für ein Alphamännchen weil du gar nicht merkst, dass dich niemand ernst nimmt."
Vielleicht habe ich aber auch mit dem inneren Wolfsohr zu kämpfen und denke "ja, ich bin hier das Würstchen, ich schaffe es ja nicht einmal giraffisch zuzuhören".
An einem guten Tag kann ich aber vielleicht auch ganz bei mir sein (innere Giraffenohren). Dann atme ich erst einmal durch (atmen ist für mich immer hilfreich) und frage mich dann, was löst dieser Satz bei mir aus? Ich bin nicht dieser Ansicht, ist es jetzt wichtig für mich das auszudrücken? Mir helfen dann die vier Schritte meine Position und meine Handlung zu bestimmen.
Bei Menschen, zu denen mir die Verbindung wichtig ist, frage ich mich vielleicht auch spontan (äußere Giraffenohren) was geht gerade in dir vor, das du mir so etwas sagst. Dann kann ich mich fragen, was im anderen vorgeht und versuchen in Verbindung zu kommen um wenigstens in großer Verbundenheit auszudrücken, dass wir in dieser Sache unterschiedlicher Ansicht sind, aber mir wichtig ist, dass wir uns gegenseitig in dieser Unterschiedlichkeit akzeptieren.

Das beschreibt ganz grob und schnell, wie ich mit unterschiedlichen Ohren die gleiche Botschaft hören kann. Ich interpretiere diesen Metatalk jetzt ein wenig so, dass die Frage ist, welche dieser Haltungen "richtig" oder "richtige GFK" ist. Darauf lautet meine Antwort alle, oder nein eher keine. GFK Denken befreit mich vom Denken in richtig und falsch, konsequenterweise gibt es keine "richtige GFK".

Es gibt eine Chance für mich, in Verbindung zu treten, diese wird signifikant größer, wenn ich etwa sage "ich höre dich sagen, dass du überzeugt bist, dass es Unterschiede zwischen den Menschen gibt, verstehe ich dich richtig?". Ich würde in dieser konkreten Situation erstmal kein Gefühl anbieten, weil meine Interpretation der Situation mich direkt auf "Unsicher" lenkt und ich weiter unterstellen würde, dass ich, wenn ich das Gefühl anbiete eher "den Wolf reize" als in Verbindung zu kommen. Sicher ist das nicht, das Wesentliche ist aber, dass ich wirklich versuche alles von mir selbst gedachte, interpretierte und bewertete abzulegen und einfach nur anzuhören, was mein Gegenüber zu sagen hat.

Das konkrete Beispiel ist schon eine Herausforderung und ich denke, es braucht eine Menge Erfahrung in der GFK-Haltung damit umzugehen. Ich bin auch völlig o.k., wenn ich das in der Situation mal nicht kann.

Mein Gegenüber hat dann übrigens auch die Wahl zwischen den vier Ohren und es kann mir durchaus passieren, dass ein Dialog ziemlich lange aus Verbindungsangeboten die mit Wolfsohren nicht gehört werden können besteht. Mir hilft es dann, mir vor Augen zu halten, dass mein Gesprächspartner auch das Beste gibt, was ihm gerade zur Verfügung steht. Und wenn Verbindung gerade nicht möglich ist, dann vielleicht morgen. Meist komme ich aber in Verbindung (vielleicht auch nach einer kleinen Pause) und dann entspannt sich der Dialog von allein.

Puh, jetzt habe ich ganz schön viel geschrieben. Wie geht es dir damit, ist etwas dabei, das dich anspricht, oder erschlägt dich der lange Text?

liebe Grüße
Uwe

Offline Curious

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Re: Wie schützen sich Giraffen vor Wölfen?
« Antwort #6 am: 25. Februar 2015, 21:51:44 »
1. Sind dir die vier Ohren der GFK vertraut? In der Signatur von love_and_mind steht "In dem was du sagst zeigst du dich, aber was ich höre liegt bei mir.",

Jemand sagt "Es gab schon immer Alpha männchen, das es anderst sein kann stimmt einfach nicht."


2. Ich interpretiere diesen Metatalk jetzt ein wenig so, dass die Frage ist, welche dieser Haltungen "richtig" oder "richtige GFK" ist. Darauf lautet meine Antwort alle, oder nein eher keine. GFK Denken befreit mich vom Denken in richtig und falsch, konsequenterweise gibt es keine "richtige GFK".

3. Ich würde in dieser konkreten Situation erstmal kein Gefühl anbieten,

4. Das konkrete Beispiel ist schon eine Herausforderung und ich denke, es braucht eine Menge Erfahrung in der GFK-Haltung damit umzugehen. Ich bin auch völlig o.k., wenn ich das in der Situation mal nicht kann.


So mal das was ich gehört habe, mit Nummern daran geklebt.

1. Die Theorie kann ich sehr gut. 4 Ohren etc. Nur praxistauglich ist es für mich noch nicht weil die giraffe in mir klein und der wolf noch hochkommt. Ganz auf  :g1: Schuhen laufen geht nicht.

2. Um richtige GfK geht es mir nicht, sondern um Praxistaugliche "Krücken" bei denen der  :wolf0: solange er noch so präsent ist mithilft. Bedürfnisse erfüllen kann der  :wolf0: ja auch. Als  :g1: :wolf0: fehlt mir nur noch etwas die Orientierung.

3. Interessant. Wieder etwas gelernt. 4 Schritte sind nicht immer das "richtige" nur 4-Schrittig denken und intuitiv antworten könnts auch tun.

4. Ich im Prinzip auch. Ich frage sowohl Situationsbezogen als auch generell (vergangenes zählt nicht mehr so, die nächste Situation ist entscheidend für mich), nach Tipps während noch Wolf und Giraffenohren noch ständig wechseln.

Offline uwe

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Re: Wie schützen sich Giraffen vor Wölfen?
« Antwort #7 am: 26. Februar 2015, 19:35:08 »
Liebe(r) curios,

verstehe ich deine Zeilen richtig, dass es sozusagen "dein Ziel" ist immer mit Giraffenohren zu hören und "den Wolf auszuschalten"?

Ich selbst habe für mich eher das Ziel, die Wolfsshow wirklich distanziert als Show sehen zu können und dem Wolf nicht die Kontrolle über mein Handeln zu überlassen. Ich finde es gar nicht schlimm zu sehen, dass der Wolf in mir lebendig ist und möchte ihn nicht missen. Und jedesmal tue ich das, was ich in dem Moment als mein Bestes geben kann.

Ich für mich denke, dass ich im rein kognitiven Verstehen der GFK kein Entwicklungspotential mehr habe und suche daher statt Verstehen nur noch Erleben in sicherer Umgebung. Und dieses Üben in GFK Seminaren und meiner Übungsgruppe erlebe ich kein bisschen mühsam, sondern sehr unterstützend und getragen. Und nach und nach wird es immer leichter. Und je mehr erfahrene Trainer ich kennenlerne desto sicherer bin ich, dass dies kein Prozess ist, der mich irgendwann an ein Ziel bringt an dem ich keine Selbst-Zweifel und keine Unsicherheit mehr habe. Dabei merke ich wie mir die Übung hilft und mich auch verändert.

Liebe Grüße
Uwe

Offline Curious

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Re: Wie schützen sich Giraffen vor Wölfen?
« Antwort #8 am: 28. Februar 2015, 14:08:22 »
Liebe(r) curios,

verstehe ich deine Zeilen richtig, dass es sozusagen "dein Ziel" ist immer mit Giraffenohren zu hören und "den Wolf auszuschalten"?

Ich selbst habe für mich eher das Ziel, die Wolfsshow wirklich distanziert als Show sehen zu können und dem Wolf nicht die Kontrolle über mein Handeln zu überlassen. Ich finde es gar nicht schlimm zu sehen, dass der Wolf in mir lebendig ist und möchte ihn nicht missen.

Wäre schön @100% Giraffe. Die Wolfsshow zu sehen ohne zu handeln wäre jedoch schon ein super Ziel. Solange das noch nicht der Fall ist, frage ich mich über den Sinn des Wolfes. Was genau möchtest du an ihm nicht missen? Was kann er besonders gut, vielleicht um es wölfisch auszudrücken, besser, als eine Babygiraffe?

Offline uwe

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Re: Wie schützen sich Giraffen vor Wölfen?
« Antwort #9 am: 28. Februar 2015, 23:33:12 »
Liebe(r) curios,
danke für deine Nachfrage. So ein Austausch "über GFK" statt Verbindung in GFK ist gar nicht so einfach. Da schreibt man so einen Satz wie "Ich finde es gar nicht schlimm zu sehen, dass der Wolf in mir lebendig ist und möchte ihn nicht missen" und bemerkt gar nicht, dass diese Aussage ganz und gar nicht klar ist.

Ich habe Gefühle wie Wut und Ärger, das ist einfach eine Tatsache. Es ist mir wichtig, diese als Teil von mir akzeptieren zu können. Das bin auch ich. Wenn ich meinen Wolf herauslasse (oft in schriftlicher Form, manchmal gegenüber einem nicht direkt beteiligten Dritten, der mich unterstützt, nicht gegenüber dem Menschen mit dem ich im Konflikt bin) und ihm aufmerksam zuhöre, komme ich viel besser in Verbindung mit diesen Gefühlen. Das unterstützt mich dabei z.B. in einem Wut-Prozess herauszufinden, worum es für mich eigentlich geht, sprich mit meinen Bedürfnissen, in Verbindung zu kommen.

Der Wolf hat große Kraft und unterstützt sozusagen die Veränderungs-Energie. Gefühle wie Wut und Ärger sind für mich nicht schlecht, sie zeigen mir, dass ich eine Veränderung brauche und Kraft habe, diese anzustreben und zu erreichen. Indem ich dem Wolf erlaube die Dinge zu sagen "die man nicht sagt" gewinne ich sehr viel Klarheit über die Situation, über das was mir eigentlich wichtig ist.

Wird für dich etwas klarer, was ich gemeint habe?

Liebe Grüße
Uwe

Offline Curious

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Re: Wie schützen sich Giraffen vor Wölfen?
« Antwort #10 am: 01. März 2015, 12:53:47 »

Der Wolf hat große Kraft und unterstützt sozusagen die Veränderungs-Energie. Gefühle wie Wut und Ärger sind für mich nicht schlecht, sie zeigen mir, dass ich eine Veränderung brauche und Kraft habe, diese anzustreben und zu erreichen. Indem ich dem Wolf erlaube die Dinge zu sagen "die man nicht sagt" gewinne ich sehr viel Klarheit über die Situation, über das was mir eigentlich wichtig ist.

Wird für dich etwas klarer, was ich gemeint habe?

Liebe Grüße
Uwe

Ja, wobei die Verwendung des Begriffs "Veränderungs-Energie" mir nur soviel sagt wie das Wort "Veränderung" was sonst noch dahinter stehen möge sagt mir nichts.

Ich befürchte halt durch die Wut Dinge zu sagen die meine Bedüfniserfüllung geringer machen, daher wäre ich gern am Endziel: Bedürfnisse fühlen und mitteilen. Mir scheint der Weg von Babygiraffe zu Giraffe führt über den Wolf...

Offline uwe

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Re: Wie schützen sich Giraffen vor Wölfen?
« Antwort #11 am: 01. März 2015, 23:54:36 »
Liebe(r) curios,

danke für deine Rückmeldung.

Ich merke, dass noch zwei Details gehört werden wollen. Das eine betrifft die Veränderungs-Energie. Ich bin ein Mensch, der sich gerne im Vorhandenen einrichtet. Eine Veränderung herbeizuführen oder auch nur anzustreben verlangt von mir Aktivität, den Einsatz von Energie. Dafür finde ich Unterstützung indem ich meinem Wolf zuhöre.

Das zweite betrifft den zweiten Satz den du schreibst: "Ich befürchte halt durch die Wut Dinge zu sagen die meine Bedüfniserfüllung geringer machen..." Vielleicht habe ich das nicht so deutlich gesagt, ich höre dem Wolf zu und äußere mich vielleicht gegenüber einem Unbeteiligten. Aber ich teile deine Befürchtung völlig und äußere die Wolfsgedanken keineswegs im aktuellen Gespräch. Da erlaube ich mir eine Auszeit und sage ganz deutlich "ich brauche jetzt etwas Zeit um etwas für mich zu klären und würde das Gespräch gerne später fortsetzen, kannst du da mitgehen?", wenn ich in guter Verbindung bin. In Situationen, in denen ich glaube, ich dürfte das nicht so klar sagen, gehe ich vielleicht kurz aufs Klo ("ich bin sofort wieder da" ist eigentlich immer akzeptabel) um im inneren Dialog etwas Abstand zu finden.

Wenn ich dann Klarheit über meine Bedürfnisse habe und den anderen wirklich hören kann, nehme ich den Dialog wieder auf und komme meist auch in eine gute Verbindung. Und wenn nicht, habe ich getan, was ich konnte und versuche es später wieder.

Liebe Grüße
Uwe


Offline Curious

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Re: Wie schützen sich Giraffen vor Wölfen?
« Antwort #12 am: 02. März 2015, 19:26:48 »
Lieber curios,



Ich nehme mit die größere Betonung der Wichtigkeit auf nicht :wolf0:sagen und Abstand + Zeit.

Dennoch wenn es nicht geht (Abstand) / (Zeit) weil etwas wichtiges Angesprochen werden muss sehe ich  :wolf0:-Sprache noch wichtiger als nichts sagen. Wut statt Hilflosigkeit. Andere Meinung?

Offline uwe

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Re: Wie schützen sich Giraffen vor Wölfen?
« Antwort #13 am: 02. März 2015, 21:34:22 »
Liebe(r) curios,

:wolf0:-Sprache noch wichtiger als nichts sagen. Wut statt Hilflosigkeit. Andere Meinung?

Ja, andere Meinung. Wolfssprache genauso sinnlos wie nichts sagen.

Ich schätze meinen Wolf, der mir helfen kann, und ich schätze auch meine Wut, erlaubt sie mir doch, z.B. in einem Wutprozess, meinen Bedürfnissen näher zu kommen. In einem kontroversen Gespräch wird mein Gesprächspartner wohl leider, wenn ich ihn mit meiner Wut (meinem Wolf?) konfrontiere, dazu neigen sich zu verteidigen, mich anzugreifen, oder sich selbst nieder zu machen. Das bringt mich nicht in Verbindung. Vielleicht habe ich eine Chance auf Verbindung, wenn ich mich durch das Zeigen meiner Hilflosigkeit verletzbar mache, durch die Wut eher nicht. Im Wut-Prozess gehe ich durch den Schritt "Ich sage zu mir <meine Wolfsgedanken>", denn daher stammen sie, aus mir selbst. Mein Gesprächspartner kann damit nichts anfangen.

Wenn etwa sooo dringend gehört werden will, bleibt mir der Giraffenschrei, ich glaube nicht daran, dass der Wolfsschrei funktioniert.

Nichts sagen funktioniert allerdings mit absoluter Sicherheit nicht, woher soll denn mein Gesprächspartner wissen, was in mir vorgeht. Ich habe mich lange vom Gedankenlesen verabschiedet und erwarte das auch von niemandem mehr.



Liebe Grüße
Uwe


Offline Curious

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Re: Wie schützen sich Giraffen vor Wölfen?
« Antwort #14 am: 04. März 2015, 11:54:21 »
Gut, macht Sinn.

Wobei ich es einschränken würde. Z.b Schützende anwendung von Macht. Wenn ich §§en aus dem Gesetz zitiere um eine Grenze zu setzen. Schützende Macht =  :g1: Sprach evtl. die  :wolf0:-Gesetze/Rechte zitieren. Meinung?