Autor Thema: Die schmutzige WG-Küche  (Gelesen 4407 mal)

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Die schmutzige WG-Küche
« am: 10. September 2007, 22:15:36 »

Gewaltfreie Kommunikation versus Lebensentfremdende Kommunikation

(Beispiel: schmutzige WG-Küche)




   Gewaltfreie Kommunikation                                                  Lebensentfremdende Kommunikation
Situation    Konkrete Handlungen, die wir beobachten und die unser Wohlbefinden beeinträchtigen.

    * "In der letzten Woche hast du dein Geschirr dreimal nach dem Essen auf die Spüle gestellt und es stand dort jeweils bis zum Morgen. Dann habe ich es abgespült"

   Beobachtung und Bewertung werden vermischt:

Personifizierung.

    * "Du verhältst dich in der Küche total schlampig"

Gefühl    Die Gefühle werden mit dem in Verbindung gebracht, was wir beobachten.

    * "Ich bin sauer"

   Keine Erläuterung über Zusammenhang der Situation mit dem Gefühl, sondern: Eine Interpretation wird als Gefühl geäußert. Schuldzuweisungen, Vorwürfe, Pauschalierungen.

    * "Ich fühle mich provoziert, es ist dir total egal, dass hier so ein Dreck ist"

Bedürfnis    Bedürfnisse, aus denen Gefühle entstehen, werden betrachtet und mitgeteilt.

    * "da ich, wenn ich in das Haus komme eine Ordnung vorfinden möchte, die mir ein Entspannen möglich macht."

   Das Bedürfnis wird nicht (klar) geäußert, stattdessen wird der andere moralisch verurteilt.

    * "Du bist ein Schlamper"

Bitte/Forderung    Um eine konkrete Handlung wird gebeten - auch Nichterfüllung ist OK.

    * "Wärest du bereit, fortan dein Geschirr gleich nach dem Essen abzuspülen?" oder
    * "Wärest du bereit, gemeinsam mit mir nach einem Weg zu suchen, wie unser beider Bedürfnis nach Ordnung erfüllt werden kann?"

   Es wird eine Forderung gestellt. Bei Nichtbeachten drohen Sanktionen.

    * "Wenn in zwei Wochen nicht sauber ist, dann schmeiß' ich dein Geschirr weg!"

Unsere neuen oder erneuerten Beziehungen sind durchweg in Augenhöhe