Gewaltfrei im Norden

10. September 2010, 03:42:39
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Autor Thema: Diagnose!!!!  (Gelesen 1247 mal)
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Sonja_AC
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« am: 30. November 2009, 22:26:42 »

Wie gehe ich damit um, dass wenn ich eine Diagnose habe die eine Persönlichkeitsstörung beschreibt und mein Verhalten dann von meinem Gegenüber mit dieser Diagnose beschrieben wird. Ich fühle mich, wenn ich die GfK anwende da in einer solchen Zwickmühle. Ich weiss keinen Rat. Nach GfK sollen wir keine Urteile, Diagnosen und Meinungen hören. Mit Giraffenohren kann ich diese niemals hören. Das versuche ich innerlich für mich selbst aufrecht zu erhalten, weil ich sonst den Selbstrespekt verliere. Aber wie kann ich es kommunizieren - denn wenn ich es nicht annehme, so kontert mein Gegenüber "wenn du das nicht akzeptiertierst, dass du diese Diagnose, dieses Verhalten hast, dann können wir niemals auf ein partnerschaftliches Verhalten kommen, was gesund ist".
Ich bin sehr verzweifelt darüber und vielleicht kann mir hier jemand bei meienr Emphatie für mich helfen. Könnte ihr verstehen was ich meine und in welchem Konflikt ich mich befinde?

Ich danke euch auf jeden Fall für Antwort.
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Tilaka
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ups -Giraffen fallen zur Geburt zwei Mtr zu Boden


« Antworten #1 am: 01. Dezember 2009, 11:44:02 »

Hallo Sonja,
was genau ist dein Zweifel? Sind es die Worte oder die Haltung dahinter? Wenn ich die *gewaltfreie* Art zu kommunizieren richtig verstehe, geht es darin nicht so sehr darum, die verschiedensten WolfsStrategien wie: Diagnose, Analyse, Kritik usw. zu verteufeln, sondern diese erstmal anzunehmen und in mir selbst sodann zu transformieren bzw. umzugestalten. Es gibt sicher auch Therapeuten, die einer Persönlichkeitsstörung nicht stigmatisierend und verurteilend, sondern dieser und insbes. nat. dem davon betroffenen Menschen mit der notwendigen Achtsamkeit und Sorgfalt begegnen können, um sie letztlich ausheilend zu begleiten.
 
Das von mir in der Kürze Smiley
Kannst du damit was anfangen?
LG Stevie
« Letzte Änderung: 01. Dezember 2009, 11:47:09 von Tilaka » Moderator informieren   Gespeichert

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Claudia
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« Antworten #2 am: 01. Dezember 2009, 22:39:30 »

Hallo, Sonja,


ich würde Dich gern unterstützen. Aber ich bin nicht wirklich sicher, wie ich das tun kann. Marshall lehnt Diagnosen nicht grundsätzlich ab. Er lehnt sie dann ab, wenn sie dazu dienen, Menschen zu etikettieren und abzustempeln. Mal angenommen, es ginge um eine Stoffwechselstörung im Gehirn. Dann findet Marshall Diagnosen sinnvoll. Aber ob jemand eine Angststörung oder eine Depression hat, hängt nach Marshalls Ansicht mehr davon ab, zu welchem Arzt der Mensch gegangen ist... Also: Objektivierbare, messbare organische Veränderungen/Störungen sind als Diagnosen ok, so habe ich ihn verstanden.

Wünschst Du Dir in dieser Situation Empathie, weil Dich das Verhalten Deines Gesprächspartners irritiert und Du Dir Verbindung zu ihm/ihr wünschst?

Oder suchst du einen Weg, wie Du Deinem Gesprächspartner in dieser Situation Einfühlung geben kannst?


Geht es um gesehen werden, Respekt, Unterstützung und Wertschätzung?

Oder geht es um Verbindung, Klarheit und Ehrlichkeit?


Herzliche Grüße

Claudia
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Unsere neuen oder erneuerten Beziehungen sind durchweg in Augenhöhe
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« Antworten #3 am: 02. Dezember 2009, 10:54:49 »

Oh Mann ja...ich glaube ich kann deinen Schmerz über diese Situation recht gut nachfühlen.
Du möchtest wahrscheinlich als ganzer Mensch gesehen werden, vielleicht auch, dass der andere sieht, wie sehr du selber unter der Situation leidest, dass du aber momentan keine besseren Alternativen kennst? Und wenn du dann vom anderen diese Diagnose um die Ohren gehauen bekommst, ist das wie ein K.O. Argument - du bist halt so, jetzt akzeptier das endlich. Kommt das ungefähr hin?

Kannst du für dich unterscheiden zwischen der Diagnose, die ja letztlich nichts anderes ist als eine Beschreibung deines Verhaltens, und dir selber als Person? Was ich meine, schaffst du für dich, dich nicht mit der Diagnose zu identifizieren - "ich BIN Borderliner" z.B. - sondern sie als Beschreibung deines Verhaltens zu sehen - "in der und der Situation ist ... das beste, was ich tun kann, ich würde hier gerne dazulernen"?

Lieber Gruß,

Markus
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