Gewaltfrei im Norden

Grundlagen der Gewaltfreien Kommunikation => Gewaltfreie Kommunikation – was ist das? => Thema gestartet von: Claudia am 10. September 2007, 22:30:30

Titel: Was Marshall Rosenberg schreibt...
Beitrag von: Claudia am 10. September 2007, 22:30:30

Kostprobe:
Die dritte Komponente der GFK besteht aus dem Erkennen und Akzeptieren der Bedürfnisse hinter unseren Gefühlen. Was andere sagen oder tun, kann ein Auslöser für unsere Gefühle sein, aber nie ihre Ursache. Wenn sich jemand negativ äußert, haben wir vier Möglichkeiten, diese Aussage aufzunehmen:


1. uns selbst die Schuld geben
2. anderen die Schuld zu geben
3. unsere eigenen Gefühle und Bedürfnisse wahrnehmen
4. die Gefühle und Bedürfnisse wahrnehmen, die in der Negativaussage des anderen verborgen sind.


Urteile, Kritik, Diagnosen und Interpretationen sind alles entfremdete Äußerungen unserer eigenen Bedürfnisse und Werte. Wenn andere Kritik hören, dann neigen sie dazu, ihre Energie in Selbstverteidigung oder einen Gegenangriff zu stecken. Je direkter wir unsere Gefühle mit unseren Bedürfnissen in Verbindung bringen können, desto leichter ist es für andere, einfühlsam zu regaieren.

In einer Welt, in der wir immer wieder gnadenlos verurteilt werden, wenn wir unsere Bedürfnisse wahrnehmen und sie auch zeigen, kann es sehr beängstigend sein, gerade DAS zu tun. Das gilt besonders für Frauen, die dazu erzogen wurden, ihre eigenen Bedürfnisse zu ignorieren und sich um andere zu kümmern.


Im Verlauf unserer Entwicklung hin zu emotionaler Verantwortlichkeit durchlaufen die meisten von uns drei Stadien:

1. Emotionale Sklaverei
Hier glauben wir, für die Gefühle anderer verantwortlich zu sein

2. das rebellische Stadium
wo wir jegliche Rücksichtnahme auf das, was andere fühlen oder brauchen, ablehnen

3. emotionale Befreiung
wir übernehmen die volle Verantwortung für unsere Gefühle, aber nicht für die Gefühle anderer Menschen. Dabei ist uns bewußt, dass wir unsere eigenen Bedürfnisse niemals auf Kosten anderer erfüllen können.