Autor Thema: Unter Wölfen  (Gelesen 3947 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Fynn

  • Supporter
  • ***
  • Beiträge: 109
  • Wenn wir schon hier sind, können wir auch da sein
    • http://www.unser-buntes-forum.de/
Unter Wölfen
« am: 15. Februar 2008, 21:31:52 »
Hallo zusammen..

hier mal einen Teil, einen Auszug aus meiner Jugend...

ich bin in Aachen großgeworden, - wenn auch nicht geboren. An einer Schule, wo Kinder mit Totschlägern auf dem Schulhof *normal* waren, genauso wie halbe Vergewaltigungen von Mädchen auf der Schulttoilette. Lehrer hatten genausoviel Angst wie Schüler und es wurden Bilder auf dem Pausenhof verhökert, die mach einer im Schlafzimmer der Eltern während des Sex gemacht hatte. ( heute würden sie vielleicht im Internet landen...) Ich fühlte mich damals nicht in der Lage mich zu wehren gegen extremste körperliche Gewalt, konnte meine eigene Kraft nicht einschätzen, landete während der Pause, nachdem ich etliche Male mit dem Kopf an die Wand geschlagen wurde, im Krankenhaus. Ich habe bis heute bedauert, mich nie gelernt habe zu wehren und Schlägerreien, gleich welcher Art, lösten bei mir beinahe traumatische Zustände aus, die auch jahrelang danach anhielten und weiterhin präsent waren.

Heute betrachtet unter dieser "gewaltfreien Prämisse", würde ich mich als Schaf ( Giraffe ) unter Wölfen sehen. Natürlich nicht verbal, sondern  eher auf körperlicher Ebene. Da ich vieles nicht lernte diesbezüglich, lernte ich Trotz und Gefühlslosigkeit als Gegenreaktion auf körperliche Gewalt zu demonstrieren.  Soll heißen, ich galt irgendwann als *schmerzunempfindlich*, da ich - ganz Widder / Steinbock typisch ) in solchen Momenten anfing, nie nachzugeben, im Gegenteil, sie ( aus ) lachend herauszufordern.

Das war nie mein *wirkliches Ich*, das habe ich nur versteckt, um nicht schwach zu wirken. Ich war zu jemandem geworden, mit dem man zwar machen konnte, was man wollte, wo es aber immer weniger Spaß zu machen schien. Und daher ist und bleibt für mich dieses Thema - nicht allein aus diesem Grunde - für mich spannend...

Gruß, Rainer