Autor Thema: Sich schämen?  (Gelesen 20483 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Träumling

  • Sr. Ranglos & Glücklich
  • ****
  • Beiträge: 248
Sich schämen?
« am: 16. Februar 2008, 12:37:52 »
Hallos Foris,

ich krieg grad was nicht aus ein ander getüddelt, was aber so eigentlich nicht zusammen gehört. Die beste Beschreibung die ich bisher für das Gefühl dieses Moments habe lautet: "Ich habe mich für meine Familie geschämt." Aber das kanns doch nicht sein, das will man doch aufdröseln in Gefühl und Bedürfnis, nur seh ich da grad den Wald vor Bäumen nicht. Für Tipps bin ich dankbar.

Gruß,
Teresa
Wenn etwas sich lohnt zu tun, dann lohnt es sich auch dann, wenn wir es nicht so gut können.
v.u.

Offline Rübenigel

  • Sr. Ranglos & Glücklich
  • ****
  • Beiträge: 379
  • Ein "Nein" ist nur ein "Ja" zu etwas anderem.
Re: Sich schämen?
« Antwort #1 am: 16. Februar 2008, 13:59:06 »
Hey, Teresa...

das, was Du  beschreibst kommt mir soooooo bekannt vor. Danke für die Frage. Da will ich auch mal in die tiefen meiner Erinnerung hinabsteigen *mannoisseshierduster*.
Ich bin froh, dass alles so ist, wie es ist. Wenn ich nicht froh wäre, wäre es auch so!

Offline Träumling

  • Sr. Ranglos & Glücklich
  • ****
  • Beiträge: 248
Re: Sich schämen?
« Antwort #2 am: 16. Februar 2008, 14:32:48 »
Jut!
*rübenigel an die Hand nehm*
Ich hab doch Angst allein im Dunklen. 
Wenn etwas sich lohnt zu tun, dann lohnt es sich auch dann, wenn wir es nicht so gut können.
v.u.

Offline Rübenigel

  • Sr. Ranglos & Glücklich
  • ****
  • Beiträge: 379
  • Ein "Nein" ist nur ein "Ja" zu etwas anderem.
Re: Sich schämen?
« Antwort #3 am: 16. Februar 2008, 15:00:00 »
"Ich habe mich für meine Familie (bei mir war es meine alkoholkranke Mutter und die Abwesenheit eines Vaters) geschämt..."

Hinter der Scham verbergen sich ja Urteile: "ICH bin nicht o.k." (weil ich aus dieser Familie komme) und "DIE sind nicht o.k.", kein "normaler Mensch" würde sich so benehmen!"

Wie haben meine Gefühle dann ausgesehen? Ich war wütend... also schon wieder kaschierte verurteilende Gedanken: "Warum kann die sich nicht einfach mal normal anziehen, wie andere Mütter auch? Muss sie eigentlich immer trinken und andere zuschwatzen? Merkt sie eigentlich gar nicht, dass die anderen sie überhaupt nicht ernst nehmen? Die Nachbarn haben uns sowieso schon alle auf dem Kieker! Mit mir will kein anderes Kind spielen... das DÜRFEN die gar nicht... und SIE ist daran schuld...! Genau!"

Nochmal zurück: Ich war einsam, fühlte mich allein. Da war eine Menge Schmerz. Traurigkeit. Das schlimmste war für mich das Gefühl allein, allein, allein zu sein... ja, da merke ich, wie sich mein Körper plötzlich ganz schwer anfühlt. Puh!

Und meine Bedürfnisse? Ich hätte mir Geborgenheit, Schutz gewünscht. Sicherheit, Zuverlässigkeit... eben das, was ich dachte, dass andere Kinder es zuhause haben. O.k. da herrschte bei mir sozusagen ein genereller Mangel. Aber die Schamgefühle... das hat ja auch mit dem Außen zu tun. Jetzt hab ich's: Zugehörigkeit. Ich wollte so gern dazugehören, wollte Kontakt und Verbindung zu anderen... die in meinen Augen "normal" waren. Ich wollte "Ihresgleichen" sein.

Zu-ge-hö-rig-keit... Was für ein Thema!

Und heute? Schäme ich mich heute noch für meine Familie? Nein, kein Stück! Und warum nicht? Weil ich mein Bedürfnis nach Zugehörigkeit heute befriedigen kann. Ich gehöre heute in vielfältigen Lebensbereichen "dazu" und werde liebevoll aufgenommen. Da ist es egal, wo ich herkomme... Scham wie weggezaubert!

Ich hoffe, meine Gedankengänge helfen Dir dabei, in Deinen eigenen Keller zu steigen, Teresa... Ich bleib mal an Deiner Hand und halt die Laterne.

Herzliche Grüße in den Norden, Rübenigel
Ich bin froh, dass alles so ist, wie es ist. Wenn ich nicht froh wäre, wäre es auch so!

Offline Träumling

  • Sr. Ranglos & Glücklich
  • ****
  • Beiträge: 248
Re: Sich schämen?
« Antwort #4 am: 16. Februar 2008, 15:44:05 »
Liebe Rübenigel,

ich bin wie bezaubert, deine Antwort ist sehr hilfreich für mich.

Die Situation  in der sie am stärksten sind, meine Schamgefühle, ist schon eine halbe Ewigkeit her. Es klingelte Nachts an der Tür, zwei Polizisten standen vor mir, mein Bruder grinsend dazwischen. Meine Mutter war besoffen und die Polizisten erzählten das mein Bruder eine Polizistin verletzt hatte, als sie ihn Festnehmen wollte wegen Raddiebstahl - sie hatte in auf frischer Tat ertappt.
Zugehörigkeit, ich glaube du sprichst da ein für mich ganz wichtiges Thema an, da gabs viel hin und hergerissen sein, einerseits hat ich ja niemand anderen anderseits bekam ich von den beidem ein übermaß von Dingen die ich nicht wollte gekoppelt mit zuwenig von dem was ich brauchte.

Ich hab hier grad nicht die nötige Ruhe um mich ganz auf das Thema einzulassen, deswegen belasse ich es erstmal dabei und nehme deine Wort mit an den nächsten ruhigen Ort und Zeitpunkt!

Danke,
Teresa
Wenn etwas sich lohnt zu tun, dann lohnt es sich auch dann, wenn wir es nicht so gut können.
v.u.

Offline Fynn

  • Supporter
  • ***
  • Beiträge: 109
  • Wenn wir schon hier sind, können wir auch da sein
    • http://www.unser-buntes-forum.de/
Re: Sich schämen?
« Antwort #5 am: 24. Februar 2008, 12:49:23 »
Ihr Lieben, hallo...

ich kenn' das Thema auch ! Wollte aus demselben Grund gestern schon hier schreiben, fühlte mich aber so down, so schlecht, das ich's nicht zusammen und auf die Reihe bekam.

Ich schäme mich nicht wegen meiner Eltern, nein, kein Stück. Bei meinem Vater kannte ich dieses Gefühl früher, ja, aber das ist lange her, nicht mehr präsent und ich habe auch schon seit 20 Jahren keinen Kontakt mehr, obwohl er nebenan wohnt.

Es betrifft eher meine Mutter...d.h. nein, ...es ist meins. Wir verstehen uns nämlich gut, würde ich sagen. Sie hat eine äußerst geringe Rente, sitzt im Rollstuhl und ist auch etwas hilfsbedürftig, was z.B. duschen und kleinere Dinge angeht. Ich selbst bin auch seit einigen Jahren Frührentner, aus gesundh. Gründen, könnte aber vermutlich kleinere Jobs durchaus machen. Ich hab' selbst nicht viel Geld und mein Umgang damit ist auch nicht der Beste. Ich würde sie so gern unterstützen, einen kleinen Job anehmen oder so, sehe mich allerdings auch dazu nicht imstande. Zum einen ist es sicher das ungewohnte Gefühl, wegen einem Job irgendwo zu fragen, Dinge zu machen, von denen ich nichts verstehe. ( ich war bei der Post in der Briefzustellung. ) Zum anderen ist es so, das ich dann auch wahrscheinlich auch weniger Zeit hätte, könnte mich sicher weniger um sie kümmern, ihr helfen.  Sie hat ein Elektromobil für draußen, damit ist sie noch etwas beweglich. Aber die Überlegung, es abzuschaffen aus finanz. Gründen irgendwann, die steht schon im Raum. Und dann sitzt sie nur noch zu Hause. Sie ist 72 und so noch ganz fit. Aber wenn das alles wegfällt, also Auto, Geld usw....dann weiß ich auch nicht mehr...die Vorstellung daran tut mir auch weh...

Ich würde mir wünschen, diese Schamgefühle von Seiten meiner Unfähigkeit - wie ich sie wahrnehme - nicht so zu spüren. Ich wünsche mir eine andere, vielleicht auch gesundere Wahrnehmung. Ich wünsche mir mehr Verständnis für mich selbst. Aber ich habe keine Ahnung, wie ich das für mich realisieren könnte.

Vielleicht ist da auch ein Wolf in mir, der seinem anderen Teil keine Ruhe, kein Verständnis gibt, geben kann. Ich fühle mich als Opfer, obwohl ich weiß, das es das nicht gibt.

Liebe Grüße, Fynn
« Letzte Änderung: 24. Februar 2008, 13:16:13 von Fynn »

Offline Träumling

  • Sr. Ranglos & Glücklich
  • ****
  • Beiträge: 248
Re: Sich schämen?
« Antwort #6 am: 24. Februar 2008, 14:09:41 »
Hallo Fynn,

bewegend was du da beschreibst.
Um den versteckten Wolf zu enttarnen schlage ich dir vor eine "sollte doch"-Liste zu machen.
Denk mal an deine Mutter und ihre Situation und dann vervollständige immer fort folgende zwei Sätze:
"Ich sollte ...."
"Ich sollte nicht ..."
(Wenn du dich über andere ärgerst oder schämst ersetz das ICH einfach durch denjenigen oder das Objekt, den Tag, das Missgeschick)

Das könnte dir helfen dir klarer darüber zu werden was für Urteile du über dich fällst, welches Verhalten, welche Leistung du von dir erwartest. Mitunter ist das zu spüren nicht angenehm, aber es hilft.
Wenn du weißt was du "doch solltest" kannst du einen abgleich mit deinen tatsächlichen Bedürfnissen machen und dir klarer darüber werden in wie weit du dich unter Druck setzt.

Viel Ärger und Scham verpufft bei mir einfach, wenn ich mir darüber klar werde was für Urteile dem zu Grunde liegen. Dabei geht es nicht nur darum sich von vermeintlich  äußerem Druck zu befreien, sondern auch darum sich von den damit verbundenen Fesseln der eigenen unerfüllten Bedürfnisse zu befreien und sich so wieder Handlungsspielraum für sich und die betreffende Person zu schaffen.

Lieben Gruß,
Teresa
Wenn etwas sich lohnt zu tun, dann lohnt es sich auch dann, wenn wir es nicht so gut können.
v.u.

Offline Fynn

  • Supporter
  • ***
  • Beiträge: 109
  • Wenn wir schon hier sind, können wir auch da sein
    • http://www.unser-buntes-forum.de/
Re: Sich schämen?
« Antwort #7 am: 24. Februar 2008, 16:00:31 »
Hallo Theresa,...

diese Liste könnte möglicherweise wirklich eine gute Idee sein. Komisch eigentlich, denn in anderen Situationen habe ich anderen das bereits mal vorgeschlagen. Aber selbst schein' ich nicht auf sowas zu kommen ! Na ja..ich denke, es ist so...ich habe ein mir sehr wichtiges Hobby. Ich bin nie in Discos gegangen, trinke nichts, - außer gelegentlich einem Glas Wein - und habe auch keinen Führerschein / Auto. Aber dieses eine Hobby bedeutet mir was - und ich geb' viel Geld dafür aus. Oft mehr, als ich eigentlich hab'...

Sicher, man kann fragen, welche Gefühle ich damit wegmache und vielleicht wäre die Frage gerechtfertigt. Aber ich stelle mir vor, was wäre, wenn ich dieses eine Hobby nicht hätte - und der Gedanke daran macht mir Angst. Geld hätte ich ohne Frage etwas mehr, - wenn ich es dann nicht für was anderes ausgeben würde, denn ein bißchen habe ich schon das Gefühl, das ich eine Kaufsucht habe. Wie gesagt, Geld ist bei mir ( k ) ein Thema - wenn ich's hab, geb ich's auch aus, darin bin ich zumindest wirklich gut...

Aber trotzdem danke für den Tip !
Ich werd' das mal angehen...

Gruß, Fynn

Offline Träumling

  • Sr. Ranglos & Glücklich
  • ****
  • Beiträge: 248
Re: Sich schämen?
« Antwort #8 am: 24. Februar 2008, 17:44:38 »
Komisch eigentlich, denn in anderen Situationen habe ich anderen das bereits mal vorgeschlagen. Aber selbst schein' ich nicht auf sowas zu kommen !

So komisch finde ich das gar nicht, ich denke allmählich das dieses Verhalten bei mir daraug beruht dass ich mein Bedürfniss nach Unterstützung oft verdränge. Ich geh nicht aus mir raus, sag nicht wenn ich mit jemandem über ein Problemn reden will. Und wie könnte ich das Problem besser umgehen als allein nicht mehr weiter zu wissen. Klingt vielleicht etwas blöd, aber wenn man sich seiner Bedürfnisse nicht wirklich bewusst ist und von Angst im Umgang mit Menschen beeinflusst wird, entsteht so ein Käse.

Übrigens, wenn ich lese wie du mich Theresa nennst, bin ich etwas verärgert, weil mir ein achtsamer Umgang mit meinem Namen wichtig ist. Ich heiße wirklich Teresa, wie auch hier im Forum, es ist die spanische Forum des Namens nach Teresa von Avila (was mir eigentlich egal sein sollte).

Davon ab, heißt es für dich "Kaufspass" oder "Mutter"? Kaufspass + Schamgefühle der Mutter gegenüber und Hobbylosigkeit + braver Versorger der Mutter als zwei Seiten einer Medaille. Klingt jetzt auf den ersten Blick beides nicht sehr spaßig. Vielleicht brauchst du mehr Luft zum atmen.

Zitat
Sicher, man kann fragen, welche Gefühle ich damit wegmache und vielleicht wäre die Frage gerechtfertigt. Aber ich stelle mir vor, was wäre, wenn ich dieses eine Hobby nicht hätte - und der Gedanke daran macht mir Angst.

Heißt das du müsstest dich jetzt eigentlich entscheiden was du lieber ertägst, die Scham oder die Angst? Klingt nicht nach einer wirklichen Alternative.

*weiter nach denkt*

Lieben Gruß,
Teresa
Wenn etwas sich lohnt zu tun, dann lohnt es sich auch dann, wenn wir es nicht so gut können.
v.u.

Offline Fynn

  • Supporter
  • ***
  • Beiträge: 109
  • Wenn wir schon hier sind, können wir auch da sein
    • http://www.unser-buntes-forum.de/
Re: Sich schämen?
« Antwort #9 am: 25. Februar 2008, 10:02:40 »
Hallo Träumling...

tut mir leid, das ich Deinen Namen falsch geschrieben habe. Ich denke, das das halt schriftliche Fehler sind, die im "normalen Leben" ja so nicht *hörbar* wären, die ja bei Namen wie Ralph oder Ralf ectr. ebenfalls auftauchen. Trotzdem...tut mir leid. Wenn ich allerdings bei Dir lese...:
Ich heiße wirklich Teresa, wie auch hier im Forum, es ist die spanische Forum des Namens nach Teresa von Avila (was mir eigentlich egal sein sollte. )
dann habe ich auch nicht das Gefühl, das es wirklich sooo egal ist. Ich kenn' das Gefühl mit dem falsch geschriebenen Namen ja auch, obwohl es mir persönlich nicht so wichtig ist, aber auch meinerseits jetzt nichts damit zu tun hat, das ich Dich als Mensch oder auch Person nicht wichtig oder nicht ernst nehme, im Gegenteil.

Ich muß allerdings zugeben, selbst auch etwas verärgert zu sein, mich nicht angenommen und ernst genommen zu fühlen mit meinem Problem. Du schreibst :

Davon ab, heißt es für dich "Kaufspass" oder "Mutter"? Kaufspass + Schamgefühle der Mutter gegenüber und Hobbylosigkeit + braver Versorger der Mutter als zwei Seiten einer Medaille. Klingt jetzt auf den ersten Blick beides nicht sehr spaßig. Vielleicht brauchst du mehr Luft zum atmen. Heißt das du müsstest dich jetzt eigentlich entscheiden was du lieber ertägst, die Scham oder die Angst? Klingt nicht nach einer wirklichen Alternative.
*weiter nach denkt*
dann fühle ich mich weder gesehen, noch angenommen mit meinem Problem, ja, nicht einmal ernstgenommen. Diese Formulierung macht mich ärgerlich, sie klingt abwertend, zynisch in meinen Augen. Ich dachte, mich klar ausgedrückt zu haben, verständlich. Aber Worte bleiben eben die Quelle aller Mißverständnisse, was soll man da machen... ??? Vielleicht brauche ich wirklich etwas *Luft zum Atmen* !

Gruß, Rainer

Offline Träumling

  • Sr. Ranglos & Glücklich
  • ****
  • Beiträge: 248
Re: Sich schämen?
« Antwort #10 am: 25. Februar 2008, 11:01:59 »
Hallo Fynn,

erstmal danke das du auf meinen Ärger eingegangen bist, mich gesehen hast. Du hast Recht es ist mir nicht egal, aber nicht wegen der Frau nach der ich benannt worden bin, sondern weil mein Name für mich irgendwie zu einem Stilbild der Missachtung durch meine Verwandten geworden ist. Das klingt vielleicht etwas verrückt, aber ich konnte halt nichts von dem was ich an Missachtung, zuwenig Unterstützung, benutzt werden usw. emfpand nicht aussprechen, aber das die Permanent zig andere Formen für meinen Namen benutzt haben (Theresa, Thersia, Threschen, usw.) und sich dabei noch nicht mal bewusst wahren das ich anders heisse. Das war greifbar für mich, darüber konnt ich meckern. Ich will halt gesehen werden, wollte es damals so sehr und obwohl ich heute  sehr gesehen werde sticht das Namensproblem immer wieder.

So zu deinem Ärger, muss ich gestehen, dass mir momentan das Verstehen fehlt. Der von dir Zitierte Text beinhaltet ausschließlich Fragen und Vermutungen, mit denen ich natürlich total daneben liegen kann. Ist es das was dich stört, das ich das eigentliche Problem nicht erkannt habe?
Oder geht es um die Ausdrucksweise, stört es dich vielleicht dass ich über "Kaufspaß" redete? Falls ja, sollte das von mir keinesfalls ein Anzeichen sein das ich dein Hobby nicht ernst nehme, es ist nur so das ich nicht weiss wie ich es sonst nennen soll? Kaufsucht - weiß nicht ob es das ist, steht mir nicht zu das zu behaupten oder ähnliches. Kauferei - klingt auch blöd. 
Meine Intention war es deine Ich-Bedürfnisse den Mutter-Bedürfnissen gegenüber zu stellen, auch um dich zu fragen ob es momentan ein Problem ist das du nicht beide erfüllen kannst - sie sich eben gegenüberstehen. Dabei habe ich weder das eine noch das andere Bedürfnis als Minderwertig, vernachlässigbar oder Ansporn zum Witz erfunden und ich bedaure das meine Worte dich getroffen haben.
Es ist mir wichtig dich zu sehen, zu achten und auch zu verstehen und ich bitte dich mir dabei zu helfen in dem du mir erklärst was dazu führte das ich abwertend oder zynisch für dich klang,  und du mir hilfst zu sehen welches Bedürfnis ich hätte besser beachten sollen.

Lieben Gruß,
Teresa
Wenn etwas sich lohnt zu tun, dann lohnt es sich auch dann, wenn wir es nicht so gut können.
v.u.

Offline Fynn

  • Supporter
  • ***
  • Beiträge: 109
  • Wenn wir schon hier sind, können wir auch da sein
    • http://www.unser-buntes-forum.de/
Re: Sich schämen?
« Antwort #11 am: 26. Februar 2008, 13:08:42 »
Hallo Träumling,

danke für Deine Antwort...

Hallo Fynn,

erstmal danke das du auf meinen Ärger eingegangen bist, mich gesehen hast. Du hast Recht es ist mir nicht egal, aber nicht wegen der Frau nach der ich benannt worden bin, sondern weil mein Name für mich irgendwie zu einem Stilbild der Missachtung durch meine Verwandten geworden ist.
Das kann ich jetzt nachvollziehen, aber konnte ich ja auch nicht wissen. Ich wollte Dir natürlich dadurch keinerlei Mißachtung entgegenbringen, ich denke, es war wohl einfach gedankenlos, habe mir dabei nichts gedacht, - wie es anderen vielleicht auch geht.

Ihr Lieben, hallo...
Es betrifft eher meine Mutter...d.h. nein, ...es ist meins. Wir verstehen uns nämlich gut, würde ich sagen. Sie hat eine äußerst geringe Rente, sitzt im Rollstuhl und ist auch etwas hilfsbedürftig, was z.B. duschen und kleinere Dinge angeht. Ich selbst bin auch seit einigen Jahren Frührentner, aus gesundh. Gründen, könnte aber vermutlich kleinere Jobs durchaus machen. Ich hab' selbst nicht viel Geld und mein Umgang damit ist auch nicht der Beste. Ich würde sie so gern unterstützen, einen kleinen Job anehmen oder so, sehe mich allerdings auch dazu nicht imstande. Zum einen ist es sicher das ungewohnte Gefühl, wegen einem Job irgendwo zu fragen, Dinge zu machen, von denen ich nichts verstehe. ( ich war bei der Post in der Briefzustellung. ) Zum anderen ist es so, das ich dann auch wahrscheinlich auch weniger Zeit hätte, könnte mich sicher weniger um sie kümmern, ihr helfen.  Sie hat ein Elektromobil für draußen, damit ist sie noch etwas beweglich. Aber die Überlegung, es abzuschaffen aus finanz. Gründen irgendwann, die steht schon im Raum. Und dann sitzt sie nur noch zu Hause. Sie ist 72 und so noch ganz fit. Aber wenn das alles wegfällt, also Auto, Geld usw....dann weiß ich auch nicht mehr...die Vorstellung daran tut mir auch weh...

Es ist einfach die gesamte Situation : wenn ich es fertigbringen würde, für diese e i n e Hobby, das ich habe, weniger Geld auszugeben, könnte ich meine Mutter besser unterstützen. Es ist der a l l g e m e i n e Umgang mit Geld...ich habe auch mal mit einem Therapeuten darüber gesprochen. Er meinte, es hätte keinen Sinn, mein Hobby abzuschaffen, damit ich Geld habe. Er meinte, ich solle mir 4 Filme pro Monat kaufen, was ca. 80 € bedeuten könnte - im Höchstfall. Einen 5. sollte ich mir zur *Belohnung* kaufen, - aber das haut nicht hin, funktioniert nicht. Ich bin Kettenraucher, weiß aber, das ich es von heute auf morgen abstellen kann, da ich normal einen ziemlichen Willen haben kann. Ich habe das schon mehrfach getan. Nehme mir dann ca. 4 Wochen oder Monate, oder auch ein Jahr vor, - aber mit dem Bewußtsein, nicht ganz aufhören zu wollen. Ich hab auch schon 3 Jahre aufgehört, das halte ich dann exakt und punktgenau und ohne jedes Problem bis auf den Tag durch, - kein Thema. Ich rauche aber gerne - und dann auch bewußt weiter...

Davon ab, heißt es für dich "Kaufspass" oder "Mutter"? Kaufspass + Schamgefühle der Mutter gegenüber und Hobbylosigkeit + braver Versorger der Mutter als zwei Seiten einer Medaille. Klingt jetzt auf den ersten Blick beides nicht sehr spaßig.
Es geht auch um Beides ! Nicht entweder oder. Das ist das Problem, das bring ich nicht auf die Reihe. Obwohl es doch so einfach zu sein scheint (!)...
Nein, ich glaube, es war die Ausdrucksweise, es hat zynisch auf mich gewirkt und das hat mich verletzt. Ich sehe jetzt, das es nicht so gemeint war, aber so kam es bei mir an. Und vielleicht verstehst Du ja jetzt, was oder wie ich das meine.. ???

Liebe Grüße, Fynn

Offline Träumling

  • Sr. Ranglos & Glücklich
  • ****
  • Beiträge: 248
Re: Sich schämen?
« Antwort #12 am: 26. Februar 2008, 16:48:53 »
Hallo Fynn,

vielleicht stoße ich hier an eine meiner Grenzen, das wäre zumindest eine mögliche Erklärung warum es mir ein Stück weit ein Rätsel bleibt.

Am besten ich versuche mal wiederzugeben, was ich verstehe, dann kannst du korrigieren.

Zitat
Es ist einfach die gesamte Situation : wenn ich es fertigbringen würde, für diese e i n e Hobby, das ich habe, weniger Geld auszugeben, könnte ich meine Mutter besser unterstützen.
Du sagst du das du deine Mutter besser unterstützen könntest wenn du weniger Geld für dein Hobby ausgeben müsstest. Aber ich sehe hier auch das du durch einzeln schreiben betonst dass es dein einziges Hobby ist, und ich sehe kein Gefühl. Du sagst es ist die Ganze Situation, aber was ist die ganze Situation denn für dich? Was fühlst wenn du diesen Satz von dir liest? Was fühlst du wenn du einzeln schreibst dass es dein einziges Hobby ist das du einschränken müsstest/solltest/können müsstest/können solltest.

Zitat
Es geht auch um Beides ! Nicht entweder oder. Das ist das Problem, das bring ich nicht auf die Reihe. Obwohl es doch so einfach zu sein scheint (!)...
Ich verstehe das so: Du meinst es würde einfach erscheinen beides zu machen, dich beim Geld etwas zurückzunehmen und dafür deine Mutter zu unterstützen, also beides zu tun.
Einerseits die Forderung an dich beides zu kombinieren, andererseits das Urteil es nicht auf die Reihe zu bringen obwohl es so einfach erscheint.

Mir erscheint das nicht einfach, wenn ich meine Giraffenöhrchen nach innen Strecke hören sie den Wunsch nach Leichtigkeit, Klarheit, nach Spiel, nach Gemeinschaft, nach Unterstützung und noch viel mehr.
Ich könnte das was du von dir verlangst nicht bringen und ich weiß auch wieso. Und vielleicht sind bei mir zu viele Wölfe wach bei dem Thema. Ich werd es mir die Tage nochmal durch den Kopf gehen lassen, denn ich finds schon bezeichnet dass es mir so schwer fehlt Empathie zu geben, den Kontakt herzustellen, wenn du etwas von dir verlangst was ich so von mir niemals verlangen könnte.

Lieben Gruß,
Teresa

Wenn etwas sich lohnt zu tun, dann lohnt es sich auch dann, wenn wir es nicht so gut können.
v.u.

Offline Fynn

  • Supporter
  • ***
  • Beiträge: 109
  • Wenn wir schon hier sind, können wir auch da sein
    • http://www.unser-buntes-forum.de/
Re: Sich schämen?
« Antwort #13 am: 26. Februar 2008, 20:10:48 »
Hallo Träumling...

Du sagst :
wenn du etwas von dir verlangst was ich so von mir niemals verlangen könnte.
ich weiß nicht...hadere immer sehr mit mir selbst, fühle, spüre einfach, das es doch an mir läge, die Situation ein bißchen dadurch *abschärfen* zu können, in dem ich vorsichtiger im Umgang mit Geld wäre, sie dadurch besser unterstützen könnte...soweit, denke ich, fühle ich mich jetzt verstanden und gesehen von Dir. Danke dafür.
Du sagst es ist die Ganze Situation, aber was ist die ganze Situation denn für dich? Was fühlst wenn du diesen Satz von dir liest? Was fühlst du wenn du einzeln schreibst dass es dein einziges Hobby ist das du einschränken müsstest/solltest/können müsstest/können solltest.
Die Situation ist die, das ich mich nicht in der Lage fühle, mein Hobby - das tatsächlich mein einzigstes und mir sehr wichtiges ist - aufzugeben, ja, das ich eben sogar mit dem Einschränken (!) wirkliche Probleme habe, obwohl es finanziell ja ein echter Vorteil wäre. Mein Hobby ist eine wirklich *alte Liebe* :D von mir : mich interessiert alles, was mit Filmen, DVD's, Kino - also Film in jeder Form zu tun hat. Und ich sammle auch Filme. Und jedesmal, wenn ich mir einen kaufe, gibt mir das ein wirkliches *Glücksgefühl*. Ich bin da wie ein Kind, kann mich total und wirklich tierisch freuen, - bis zum nächsten Film...ich habe hunderte davon und liebe jeden einzelnen. Viele Leute - vielleicht auch Du - verstehen es nicht. Das macht auch nichts - ich bin eben ein Sammler...

Liebe Grüße, Fynn

Offline Träumling

  • Sr. Ranglos & Glücklich
  • ****
  • Beiträge: 248
Re: Sich schämen?
« Antwort #14 am: 26. Februar 2008, 22:13:27 »
.soweit, denke ich, fühle ich mich jetzt verstanden und gesehen von Dir. Danke dafür.

Darüber freue ich mich sehr, denn die gegenseitige Unterstützung ist mir sehr wichtig.

Viel mehr kann ich grad nicht sagen, mir schwirrt soviel im Kopf rum.
Nur soviel noch kurz, also ich habe eine Sammel-Macke, frag besser nicht wieviel Musik ich besitze, mein Schwager sammelt Filme und Serien und das auch schon seid mehreren Jahrzenten - das sind unmengen.
Also das ist mir nicht völlig fremd.

Lieben Gruß,
Träumling
Wenn etwas sich lohnt zu tun, dann lohnt es sich auch dann, wenn wir es nicht so gut können.
v.u.