Autor Thema: Memnoon  (Gelesen 10616 mal)

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Offline Claudia

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Memnoon
« am: 22. August 2009, 12:46:46 »
Ich habe seit kurzem zwei CD's mit Mitschnitten vom IIT in Corona im Jahr 2000. Darin bin ich das erste Mal über den Begriff Memnoon gestolpert. Ich will versuchen, hier ein paar Informationen zu diesem wunderbaren Konzept zusammenzutragen. Hoffentlich finde ich auch was auf Deutsch, ansonsten ist jede Erläuterungs- und Übersetzungshilfe willkommen.


Claudia
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Offline Claudia

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Re: Memnoon
« Antwort #1 am: 22. August 2009, 12:49:51 »

-         Memnoon Energy ist  ein libanesisches Wort und heisst „Segen“. Die Story dazu: Marshall traf in einem IIT eine Frau, die im Rollstuhl war und staendig Unterstuetzung benoetigte. Als er einmal mit ihr spazieren ging, fragte er sie, ob es nicht fuer ihren Partner schwer sei, ihr immer zu helfen und ob es ihr nicht schwer falle, ihn immer wieder um Hilfe zu bitten. Sie sagte, nein, ihr Partner tippe sich immer mit der Hand auf das Herz und sage „Memnoon“, wenn sie ihn um etwas bitte, und damit wolle er sagen, dass er es als Segen fuer sich selbst empfinde, das Erbetene fuer sie tun und damit zu ihrem Wohlbefinden beitragen zu koennen. Marshall bezeichnet dies als die schoenste Art „you’re welcome“ (also „bitte“ auf ein „danke“ hin) zu sagen.



Diese  Beschreibung, die mein Herz berührt, fand ich unter


http://www.anne-m-dietrich.net/9730.html?*session*id*key*=*session*id*val*
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Offline Claudia

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Re: Memnoon
« Antwort #2 am: 22. August 2009, 12:58:18 »
Hier fand ich auch eine schöne Zusammenfassung zum Thema Bitten und Memnoon


C.

http://www.puresync.com/article090807.htm



Requests

Once we identify what our needs are we can make a request. There are two important aspects of making requests. The first aspect is to distinguish whether your request is in the positive or the negative. The second aspect is differentiating requests form demands. If we want to cast blame onto the other party, we will have difficulty making requests.

To make a request in the positive means you are asking for something to be done verses asking for something not to be done. When a request is made in the negative it does not give clear direction regarding the actions which would enrich each person’s life. Often when a request is stated in the negative there is an aim at controlling a situation. Rosenberg states, “The objective of NVC is not to change people and their behavior in order to get our way; it is to establish relationships based on honesty and empathy that will eventually fulfill everyone’s needs.” When making requests it is important to keep in mind that there may be other options that will be more fulfilling to all parties involved.

Stating a request in the positive helps it to be heard as a request verses a demand. Although you do not know if a request is truly a request until it receives a no. The rejection of a request is the test to see if it really is a demand. When a demand is heard, the person hearing it has only two choices, to submit or to rebel. When a person acts from a place of submission or rebelling, they are acting from a place of having no authority. It is important, if you perceive a demand to find the needs behind it and then find other solutions to meet these needs. By doing this, you have expanded a perceived demand into a perceived request, and then you are free to choose what feels best to you.

Requesting may be the last stated step in the NVC model, but that does not mean that after a request is stated that the process is over. We request strategies to meet our needs and it is important to be open to our needs being met in a multitude of ways. Rosenberg suggests that we interpret no’s to be memnoons. A memnoon is a request that blesses the one who is asked. It is helpful to realize that as we empathize with the feelings behind the “no” the person who is saying the “no” will be developing a stronger sense of trust for us and will be more likely to agree with another request or even offer one that you did not even think of. When a “no” is received as a memnoon or as an opportunity to serve, our intent is clear of demands and focussed on fulfilling needs.
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Offline Träumling

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Re: Memnoon
« Antwort #3 am: 23. August 2009, 08:37:34 »
damit wolle er sagen, dass er es als Segen fuer sich selbst empfinde, das Erbetene fuer sie tun und damit zu ihrem Wohlbefinden beitragen zu koennen.

Das finde ich wunderschön und es ist schade das wir in unserer Sprache kein Wort dafür haben. Genau so wie ich es schade finde das wir Bitte sagen statt: Du bist Willkommen - das gefällt mir aus dem englischen sehr.

Leider kann ich mich mit dem Wort Memnoon noch nicht anfreunden. Da denke ich an memorytechniken zur Mittagsstunde. Ich finde es aber einen schönen Gedanken, wenn ich etwas tue mich zu fragen ob ich das als Segen für mich selbst empfinde. Es gibt einige Dinge die ich unter Prämisse lassen sollte und ohne die ich vielleicht sogar weniger Bauchschmerzen habe.
Wenn etwas sich lohnt zu tun, dann lohnt es sich auch dann, wenn wir es nicht so gut können.
v.u.

Offline Claudia

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Re: Memnoon
« Antwort #4 am: 23. August 2009, 10:08:05 »
Guten Morgen, Teresa,

*lach* Ich freu mich über die Memory-Technik! Ich höre die CD's mit Marshall ja auch Englisch, und im Redefluss dachte ich zuerst an Monsun... Die Frau, die das Wort erläutert, sagt, es käme aus dem Arabischen, und Frauen würden Memnoona sagen... Wäre Dir das sympathischer? Im Deutschen kommt "es ist mir ein Vergnügen" vielleicht dem noch am nächsten. Hamburger spielen ihren Einsatz gern in den Keller und sagen, wenn ihnen gedankt wird, "da nicht für..."

Marshall und ein anderer Teilnehmer führten aber auch aus, dass es in der jüdischen Tradition dafür auch ein Wort gibt, und dazu könnten wir vielleicht auch ein bisschen Material sammeln und in einen Nachbar-Faden stellen (damit man es wiederfindet und es nicht in diesem Thread untergeht...)

Mizwa


Eine Mitzwa (so die sefardische Aussprache; aschkenasisch Mitzwo, hebr. מצוה; Mehrzahl: sefardisch Mitzwot, aschkenasisch Mitzwauss oder Mitzwojss) ist ein Gebot im Judentum, welches entweder in der Tora genannt wird oder von den Rabbinern festgelegt wurde.


Vielleicht liegt Dir dieses Wort mehr?


Gruß

Claudia



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Offline Träumling

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Re: Memnoon
« Antwort #5 am: 23. August 2009, 14:06:02 »
Hey Claudia!

"da nicht für" sage ich auch oft. Ich spiele da aber nichts runter sondern sage nach einem Danke: Dafür habe ich es nicht gemacht (also für Dankbarkeit) sondern für mich.

Mizwa gefällt mir nicht, das ist für mich ein religiöses Wort und ich glaube nicht an die Existenz irgendeines Gottes oder ähnlichen Wesens und mag das befolgen von Geboten zu religiösem Zwecke nicht.

Aber... wir wissen schonmal das wir es schön finden so etwas zu sagen und zu spüren, wir müssen nicht dasselbe Wort dafür finden, es reicht ja wenn wir wissen was der andere jeweils meint. Ich hoffe auch du kannst meinem "da nicht für" auch etwas abgewinnen, denn es heißt bei mir ja nicht: Für sowas brauchst du mir nicht danken. Sondern: Ich habs nicht getan damit du mir Dankbar bist, es bedeutete etwas für mich.

Lieben Gruß,
Teresa
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v.u.

Offline jezz

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Ein Geschenk
« Antwort #6 am: 13. Juni 2012, 18:48:18 »
moin Claudia, moin Träumling,

ist zwar schon laaaange her dass in diesem Fred etwas geschrieben wurde, aber - ich durchforste heute schon seit Stunden das Forum, da ich nun aktiver hier unterwegs sein möchte und hoffe einfach, dass diese lange Zeitdifferenz nichts macht.

Wie wäre es mit der Geste (Hand aufs Herz) und den Worten: "Ein Geschenk" statt Memnoon oder Mizwa?


-         Memnoon Energy ist  ein libanesisches Wort und heisst „Segen“. Die Story dazu: Marshall traf in einem IIT eine Frau, die im Rollstuhl war und staendig Unterstuetzung benoetigte. Als er einmal mit ihr spazieren ging, fragte er sie, ob es nicht fuer ihren Partner schwer sei, ihr immer zu helfen und ob es ihr nicht schwer falle, ihn immer wieder um Hilfe zu bitten. Sie sagte, nein, ihr Partner tippe sich immer mit der Hand auf das Herz und sage „Memnoon“, wenn sie ihn um etwas bitte, und damit wolle er sagen, dass er es als Segen fuer sich selbst empfinde, das Erbetene fuer sie tun und damit zu ihrem Wohlbefinden beitragen zu koennen. Marshall bezeichnet dies als die schoenste Art „you’re welcome“ (also „bitte“ auf ein „danke“ hin) zu sagen.
~ bedenke: es ist immer mehr möglich als du dir jetzt im moment vorstellen kannst ~

Offline Claudia

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Re: Memnoon
« Antwort #7 am: 13. Juni 2012, 19:11:11 »
Hallo, Jezz,
die Geste mit der Hand aufs Herz kenne ich auch aus GfK-Gruppen. Da wird sie meist übersetzt mit "du sprichst mir aus dem Herzen", oder "ich bin berührt".


Gruß

Claudia
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Offline matameko

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Re: Memnoon
« Antwort #8 am: 14. Juni 2012, 11:46:16 »
Mir gefällt die Variante "Gern geschehen".

Offline jezz

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Geste
« Antwort #9 am: 14. Juni 2012, 19:27:39 »
moin Claudia,

die Geste habe ich nur aufgegriffen, weil du sie in deinem Beispiel mit der Frau im Rollstuhl beschrieben hast. Ich wusste gar nicht, dass sie in Gruppen genutzt wird. Finde ich interessant. Danke für die Info.

Gruß,
jezz


Hallo, Jezz,
die Geste mit der Hand aufs Herz kenne ich auch aus GfK-Gruppen. Da wird sie meist übersetzt mit "du sprichst mir aus dem Herzen", oder "ich bin berührt".
Gruß
Claudia
~ bedenke: es ist immer mehr möglich als du dir jetzt im moment vorstellen kannst ~

Offline jezz

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Re: Memnoon
« Antwort #10 am: 14. Juni 2012, 19:40:17 »
moin matameko,

oder im Englischen "my pleasure". Wie könnte man das denn ins Deutsche übersetzen? "War mir eine Freude" ist so lang. *grübel* "Gern geschehen" als Übersetzung dafür aber nicht stark genug.

"Gern geschehen" auf das Beispiel der Rollstuhlfahrerin bezogen statt Memnoon würde für mich nicht nahe genug kommen. Da würde mir dieser tiefere Bezug fehlen, also von wegen dass es für mich eine Wohltat (ein Segen, nur, ich mag das Wort Segen wegen des Bezugs zur Religion nicht so gerne) war, helfen zu können.

*hmmm* Wie wäre es mit "von Herzen gern"?

Gruß,
jezz


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