Autor Thema: Wie bei uns Recht gesprochen wird  (Gelesen 34267 mal)

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Offline Tilaka

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  • ups -Giraffen fallen zur Geburt zwei Mtr zu Boden
Re: Wie bei uns Recht gesprochen wird
« Antwort #45 am: 07. Dezember 2009, 11:37:13 »
 
Mein innerliches Gespräch zwischen Wolf und Giraffe:
 
G: Mein lieber St. - Freund T. braucht Hilfe.
 
W: Ja okay, aber ich doch auch!
Und was genau will er denn überhaupt (von mir) haben?
 
G: Hmmm???
W: Ja was heißt hier "Hmmmmm!"
 
G: Bist du vlt. verärgert?
W: Ich bin nicht verärgert! Ich bin stinke-sauer!
 
G: Weil du nicht gesehen (?)
und angenommen wirst (?)
und zwar so, wie du bist?

W:
Ja aber HALLO !
Und ganz im Gegenteil nämlich werd ich hier zwar gesehen - doch aber wie denn bitteschön?!
 
G: Hmmmm [fragend-zustimmendes Nicken]
W: Wieder einmal werd ich gerade VOLLKOMMEN auseinander genommen! Bis aufs letzte Hemd ausgezogen! Und dann wird hier jedes Fitzelchen und jeeeder Krümel dreimal herum gedreht - und gewogen und gemessen und bewertet, dann gewaschen und nochmal begutachtet ...

G: Hmmmmm [fragend-zustimmendes Nicken]
W: ... und dann gesagt: "NEIN - mein "Bester", nein-nein, sooo geht das aber nicht!" ---
Ach ich hab kein Bock mehr auf den Sch...
 
G: Ja - da verstehe ich dich gut.
W: So - und ich möchte gern mal wissen, was denn so falsch daran ist, zu sagen, was man denkt?
 
Sprecher:
das ging noch eine ganze Weile hin und her,
bis offensichtlich wurde, das der W. eine kreativ-inspiratorische Futterpause brauchte.

G: Ja. [überlegend - Liste vorkram]
Schau mal hier, ich hab hier verschiedene Angebote im Schaufenster und [Kurze Pause]
Was meinst du (?) trifft am ehesten zu? Was brauchst du am dringensten - und am liebsten sofort?
 
W: Hmmm ...
 
Sprecher:
Darauf hin setzt ein rege-interessiertes und spannendes Beratungs- und Verschenkgespräch ein, mit Fragen und Antworten zu Farbe, Passform, Inhalt und Geschmack. Das ganze dauert in etwa eine halbe Stunde. Und im Anschluß daran zieht der Wolf vollkommen zufrieden und gesättigt - freude-strahlend mit einem niegel-nagel-neuen Lächeln von dannen.
 
Epilog:
 
St. triff unterwegs Freund T. und sagt in seiner ganzen Gelöstheit und Freude einfach nur:
 
Hallo - und schönen Tag  :)

 
Damit bog er um die nächste Ecke und ward verschwunden.
Und wenn er nicht gestorben ist, wovon wir mal *wohlwollend-freundlich* ausgehen,
dann lebt er davon im Kreise seiner Familie und Freunde noch lange froh und vergnügt ...
  
« Letzte Änderung: 07. Dezember 2009, 11:43:04 von Tilaka »
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Offline Claudia

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Re: Wie bei uns Recht gesprochen wird
« Antwort #46 am: 07. Dezember 2009, 17:44:10 »
oh, wie wundervoll!


Stevie, dieser letzte Beitrag hat mich gerade ganz aus den Puschen gehauen. Ich hatte in der Bahn Teile Eurer Konversation nachgelesen (ich habe aktuell keinen Kummer damit, dass es hier zur Zeit nicht "konkret" darum geht, wie bei uns Recht gesprochen wird) und wollte zwischen zwei Terminen nur schnell einmal sagen, wie es mir geht, wenn ich das hier mitlese. Und meine Gefühle haben sich gerade wieder sehr verändert, als ich den inneren Dialog von Stevie las.


Ich lese daraus etwas Selbstfürsorge und Selbstempathie, Leichtigkeit, Humor, Verbindung und Wärme, Kreativität und Autonomie. Und damit fühle ich mich sehr entlastet und erleichtert. ich muss gar nichts tun  :g1:


Gruß


Claudia
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Offline Rübenigel

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Re: Wie bei uns Recht gesprochen wird
« Antwort #47 am: 07. Dezember 2009, 18:40:54 »
Claudia ... Du MUSST sowieso nicht ... *fröhlich zwinker*.

Ich freue mich, dass Du Leichtigkeit verspürt hast und wünsche mir, dass Du das auch, wenn Du meinst, Du "müsstest" erinnerst und dann nur agierst, wenn Du auch wirklich willst. Wenn Du hier versuchtest zu moderieren, weil Du es als Deine Pflicht empfändest, würde ich persönlich mich nicht besonders wohl damit fühlen.

Und ... danke, dass Du uns den Raum gibst auch weniger "korrekt" zu sein!
Ich bin froh, dass alles so ist, wie es ist. Wenn ich nicht froh wäre, wäre es auch so!

Offline Tillmann

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Re: Wie bei uns Recht gesprochen wird
« Antwort #48 am: 07. Dezember 2009, 19:35:10 »
hallo Stevie und .... Cynthia und ...Teresa,

ich bin gerade etwas unruhig unterwegs, ich komme gerade nicht dazu, mich auf alle Beiträge zu konzentrieren und dann noch zu antworten, brauche erstmal Ruhe und Leichtigkeit.

Ich melde mich wieder, wenn es bei mir dran ist.
Lieben Gruss
Tillmann

Offline Tillmann

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Re: Wie bei uns Recht gesprochen wird
« Antwort #49 am: 09. Dezember 2009, 23:50:55 »
Hallo Cynthia,
ich antworte jetzt erst mal nur auf deinen Beitrag vom 07.12.09, weil er mein Bedürfnis nach Verständnis und Klarheit am meisten erfüllt und ich mich darin in meiner Befindlichkeit erstaunlich gut wiederfinde. (Hast du da ein Geheimrezept?  ;) 

Ich bin jetzt wirklich froh, dies von dir zu lesen und fühle mich mit meinem Anliegen gesehen - was ja gerade nicht einfach ist in all dem Chaos der vielen Beiträge zu dem ursprünglichen Thema... wirklich ein Hoffnungsschimmer für mich!!
DANKE!

Mit deinem zweiten Absatz sprichst du mir ziemlich aus dem Herzen, das berührt mich!
Ja ich bin ziemlich frustriert und verzweifelt, weil mein Bedürfnis nach Verständnis inzwischen reichlich unterernährt ist.  Ich habe glatt die Lust, Freude und Leichtigkeit verloren, überhaupt noch auf weitere Fragen und Beiträge von Stevie einzugehen.

Und leider habe ich - wie mir das erst jetzt richtig bewußt wird - in der Zwischenzeit die Verbindung zu diesen Bedürfnissen komplett verloren und sah mich selbst eher angestrengt bemüht, doch noch den '"Dreh" in Richtung einer Verbindung zu Stevie zu bekommen.
Es ist für mich nicht von ungefähr deshalb eher anstrengend und mühsam gewesen, weil ich auch ein MUSS in mir hörte, im Sinne von: "die Situation muss sich doch zu meiner Zufriedenheit auflösen lassen!"
Jetzt ist es für mich schmerzhaft, in diesem "Film" spürbar unterwegs gewesen zu sein und zwischenzeitlich den Kontakt zu mir verloren zu haben.  Gleichzeitig weht ein zartes Lüftchen von Entspannung, weil ich wieder die Wahl spüre und in Kontakt mit dem bin, was mir so wichtig ist: meine Gefühle und Bedürfnisse. JA, genau das ist es!!!

Insofern bringt mich das jetzt wieder mehr in die Spur.
Und da ich gerade mehr Spass daran habe, meine "Wunden" zu lecken und im Kontakt mit meiner Authentizität und Freiheit bin, steige ich hier aus diesem Geschehen bewußt aus!
DANKE, danke für diese Unterstützung!

Wie ist das für dich und Euch?

Tillmann










Offline Rübenigel

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Re: Wie bei uns Recht gesprochen wird
« Antwort #50 am: 10. Dezember 2009, 08:13:43 »
Hallo Cynthia,
ich antworte jetzt erst mal nur auf deinen Beitrag vom 07.12.09, weil er mein Bedürfnis nach Verständnis und Klarheit am meisten erfüllt und ich mich darin in meiner Befindlichkeit erstaunlich gut wiederfinde. (Hast du da ein Geheimrezept?  ;)

Hallo Tillmann,

ein Geheimrezept? Hmmm ... vielleicht habe ich eins, jedenfalls für mich. Erst einmal hilft es mir, zu akzeptieren, dass ALLE Gedanken, die ich habe ihre Berechtigung haben und sie mir zu erlauben. Und meine Krishnamurti-Giraffe in die Ecke zu schicken, die so gerne möchte, dass ich mich wirklich mit jedem Menschen verbinden kann.

Wenn ich die Not in mir spüre, dass es doch möglich sein MÜSSE, in solch einer Diskussion wie hier, mit jemanden PARTOUT in Kontakt zu kommen, brauche ich meist Vertrauen. Vertrauen, dass es ausreicht, wenn ich einfach BIN. Dass allein Mein SEIN in dieser Welt ausreicht, um einen Unterschied zu machen, einen Wert zu haben ... dass ich wesentlich bin. Ja ... das sind Punkte, die dann berührt werden.

Worauf ich übrigens jahrelang geradezu allergisch reagiert habe ist das mantrenmäßige vorbeten solcher Sätze wie: "Ich bin ein wertvoller Mensch!" *lach* ... Das hat meist das Gegenteil von dem bewirkt, was es sollte. Meine innere Erziehungswölfin hat nur höhnisch gelacht und geheult:" Wer's glaubt! So ein Unsinn! Wenn du es dir so vorbeten musst, kann ja nicht viel dran sein an deinem Wert! ..." Seit ich in der GfK-Ausbildung darauf gekommen bin, dass es ausreicht, mein Bedürfnis nach Vertrauen zu sehen, kommen auch die anderen Bedürfnisse nicht mehr als "Muss" sondern als Geschenke bei mir an.

Ich weiß nicht, ob Dir das weiter hilft ... aber bei mir funktioniert es. Wenn ich den Kontakt zu mir verloren habe, beginne ich einen Satz: "Brauche ich Vertrauen, dass ...?" Und meist komme ich mir dann sehr schnell auf die Schliche. - Probier es doch einmal aus und schreib, ob es Erfolg hatte! Es würde mich wirklich interessieren, ob andere auch so "funktionieren".

Hej ... MIR geht es gut damit zu lesen, dass Du gerade gut für Dich sorgst. - Grad dachte ich: Schon aberwitzig, dass manche von uns (mich eingeschlossen) sich der GfK "verpflichtet" fühlen *lach* ... und den Kontakt zu ihren Bedürfnissen manchmal verlieren, weil sie meinen, dass der Kontakt zu anderen "wichtiger" sei. Darüber geh ich jetzt mal nachdenken und wünsche Dir noch einen schönen und lebendigen Tag in neu gewonnener Freiheit und Authentizität.

Herzliche Grüße und eine Umarmung, wenn Du magst
Cynthia
Ich bin froh, dass alles so ist, wie es ist. Wenn ich nicht froh wäre, wäre es auch so!

Offline Tillmann

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Re: Wie bei uns Recht gesprochen wird
« Antwort #51 am: 14. Dezember 2009, 09:52:04 »
Liebe Cynthia,
es tut mir gut,  deine Worte  hier zu lesen und stärkt mein Vertrauen dahingehend, immer wieder zu erspüren, ob ich im Kontakt mit meinen Gefühlen und Bedürfnissen bin.  Das ist für mich wirklich der Schlüssel zu mehr Authentizität.
Und die Frage nach dem Vertrauen klingt erstmal ziemlich stimmig, wenn ich so darüber nachdenke, was mir häufig fehlt, wenn ich "zu sehr" bei den anderen bin und demzufolge weit weg von mir.
Ich möchte das gerne beherzigen, da mehr hinzuschauen.
Danke für deine Anregung.

Die Umarmung passt einfach gerade gut zu dem, dass mein Bedürfnis nach Verbundenheit erfüllt ist,  ich  nehme dies  gerne an! ("genieß")

Lieben Gruss
Tillmann